Ein Grund, warum viele Selbstständige Content-Erstellung nicht mögen: Sie stresst, dass man gefühlt ständig etwas Neues produzieren und veröffentlichen muss. Neues, für das eh keine Zeit mehr übrig ist, weil schon so viel los ist. Was also tun? Lies diesen Artikel und du erfährst, was den hektischen Feuerwehr-Modus beim Content-Erstellen meist auslöst und wie du ihn beenden kannst.
Inhalt:
- 1 Wann soll ich Content erstellen, wenn eh zu wenig Zeit ist?
- 2 Die Nr.-1-Ursache für den hektischen Feuerwehrmodus und Content-Hamsterrad
- 3 Was viele vernachlässigen: Langfristigen Content für neue Sichtbarkeit
- 4 Wie du beim Content-Erstellen vorankommst, auch wenn strenge Content-Pläne dich einengen
- 5 6 +1 Tipps, um zeitsparend Content zu erstellen
- 6 Zeitersparnis durch Batching
- 7 Sichtbarkeit darf Spaß machen
Wann soll ich Content erstellen, wenn eh zu wenig Zeit ist?
Content-Erstellung, das ist so eine bekannte „Pflichtaufgabe“, die ja enorm wichtig erscheint, aber auch enorm viel Raum einnehmend, ja Contenterstellung ist für viele einer DER Zeitfresser im Business schlechthin. Dabei entsteht schnell eine hektische Dauerspirale und ein Gefühl, permanent etwas produzieren zu müssen, als sei man eine Content-Maschine. Kaum ist der eine Post geschrieben, drängt die Zeit wieder und es muss bald was Neues her. Ganz nebenbei wollen Kundenarbeit und Werbung für aktuelle Angebote ja auch noch untergebracht werden. Und dann? Der geplante Blogartikel erscheint nicht. Nicht heute, nicht nächste Woche.
Das geplante „Freebie“ steht immer noch auf „in Planung“, aber insgeheim ist klar: So schnell wird das nichts. Zum Heulen!
Die Nr.-1-Ursache für den hektischen Feuerwehrmodus und Content-Hamsterrad
So paradox es klingt, aber der Grund dafür, ständig hektisch neuen Content erstellen zu müssen, ist zu wenig Content. Oder sagen wir besser: zu wenig vom richtigen Content, denn da gibt es gravierende Unterschiede, die einem kaum jemand mal wirklich klar erklärt.
Also: Wenn du im Feuerwehrmodus bist und ständig etwas Neues an Content erstellst, dann kann es sehr gut sein, dass du einmal kurz innehalten und dir die Art deines Contents ansehen solltest.
- Sind es eher Inhalte, die auf ein nahendes Event oder ein aktuelles Angebot hinweisen? Z.B. der Post zum Workshop, der schon nächste Woche stattfindet oder der Newsletter, der nun dringend ein paar Buchungen generieren muss und deshalb schnell auf die noch freien Plätze in deinem Coaching hinweist?
Solche Art von Content ist wichtig, aber – und hier sind wir am Knackpunkt – eher auf kurze Sicht.
Angebots-Content verkauft das, was jetzt aktuell da ist.
Newsletter mit Event-Tipps rücken das in den Fokus, das jetzt gerade als Info raus muss.
Wichtig zu wissen: Beide richtigen sich in der Regel an Menschen, die dich schon kennen: ehemalige Kund*innen, deine bestehende Newsletter-Liste, die mehr oder weniger aus den gleichbleibenden Leuten besteht.
Das Problem dabei: Nicht jeder, der mal dein Kunde war oder Interesse für dein Thema hatte, hat einen gleichbleibend hohen Bedarf an deinem Thema oder deiner Unterstützung. Das ist normal und okay. Wenn du also mit den immer gleichen Personen sprichst, wirst du mit der Zeit überdurchschnittlich oft ein „nein“ oder eben keine Reaktion zurückbekommen.
Die erste logische Reaktion? Der Gedanke, dass du noch mehr tun musst. Dabei dreht sich das Hamsterrad immer schneller und Marketing fühlt sich nach „Himmel, ich mach doch schon SO VIEL“ an. Dabei müsstest du meist gar nicht mehr tun, sondern andere Dinge.
Was viele vernachlässigen: Langfristigen Content für neue Sichtbarkeit
Was an dieser Stelle wichtig wäre: Neben den kurzfristigen Content-Pieces auch für langfristige Sichtbarkeit zu sorgen. Beides geht im besten Fall Hand in Hand:
- Der Content, der an die, die schon da sind, verkauft
- Und der, der währenddessen neue Leute anzieht, damit auch in Zukunft jemand kauft, weil die bestehenden Kontakte nicht für immer Bedarf haben
Ein Hinweis an dieser Stelle: Es gibt noch einige weitere Content-Arten, aber die beiden sind die wichtige Basis. Die sollten einfach da sein und das regelmäßig.
Beispiel kurzfristig vs. langfristig wirksamer Content:
Wenn du nächste Woche einen Workshop zum Thema „Familiensystem begreifen: Wie du Harmonie in euer Leben bringst“, gibst und die Plätze füllen willst, nützt ein Blogartikel zum Thema „5 Gründe, warum es zu Stress im Familiensystem kommt“ heut eher wenig. Weil Blogartikel langsam Sichtbarkeit aufbauen.
So ein Blogartikel ist natürlich eine Vertiefung des Themas für die, die schon in deiner Welt sind, aber vor allem ein Sichtbarkeitsbringer für morgen und übermorgen. Es ist also wichtig ihn zu schreiben und darüber hinaus kurzfristigen Content, der den Workshop jetzt verkauft.
Damit du den hektischen Feuerwehr-Modus beenden kannst, braucht es also ein für dich praktikables Vorgehen, um beides auf dem Schirm zu haben und rechtzeitig umzusetzen. Nicht nur das eine oder das andere.
- Erstellst du nur kurzfristig wirksamen Content, kommunizierst du mit einer sich verkleinernden Gruppe und gerätst in einen immer heftigeren Feuerwehr-Modus mit dem Gefühl noch mehr machen zu müssen.
- Erstellst du nur langfristig wirksamen Content, brauchst du entweder sehr viele Rücklagen oder einen langen Atem, bis ein ausreichend großes Publikum da ist und das Glück, dass sie kaufen, ohne dass du auf deine Angebote aufmerksam machst. 😉
Beides ist wichtig für eine entspannt Sichtbarkeit und stabile Verkäufe.
Aber ja, da sind wir beim nächsten Problem. Doch auch dafür gibt es eine Lösung: Juchhe!
Wie du beim Content-Erstellen vorankommst, auch wenn strenge Content-Pläne dich einengen
Das Zauberwort lautet tatsächlich: vorausschauende Content-Erstellung. Ich weiß, das hat einen faden Beigeschmack, so sehr vernünftig, ähnlich wie „Nimm Vollkornmehl, statt Weißmehl“. Wir wissen alle, dass uns das guttun würde, aber machen tun es halt nur ein paar. Aber es wäre tatsächlich enorm sinnvoll, weil es dir eben den Stress hintenraus erspart und dich zudem nachhaltig sichtbar macht. Also so, dass fortlaufend neue Leute zu dir kommen und du nicht fünf Jahre mit der immer gleichen Gruppe redest, während deren Leben und Interessen sich ja auch weiterdrehen.
Vorausschauende Content-Erstellung meint auch planen, ja. Aber halt, bevor du nun das Handtuch wirfst, lass mich das etwas genauer erklären. Planung ist nicht so verkehrt wie ihr Ruf es sein mag und sie muss auch nicht super starr und einengend sein. Planung darf sich nämlich dir und deinem Leben anpassen, statt umgekehrt.
Was meine ich damit?
Ich arbeite ja permanent mit Selbstständigen daran, guten Content für ihr Business zu planen und diesen dann auch umzusetzen. Also daran zu schauen:
- Welcher Content ist gerade wichtig für mein Business?
- Was brauche ich für aktive Verkaufsaktionen?
- Was hilft mir, neue Leute anzuziehen?
Und bei diesen Planungen stelle ich immer wieder fest: Jeder plant ein bisschen anders. Während manche sehr strukturiert sind und Priorisierungen und Terminierungen abgöttisch lieben, weil sie ihnen etwas Verbindliches geben, kriegen andere Stressflecken beim Gedanken daran sich eine Frist für den nächsten Blogartikel zu setzen.
Ich selbst bin übrigens eine Mischung und plane meine Themen durchaus strategisch, weil es einfach viel Sinn macht, erhalte mir aber auch Raum für Spontanes und habe quasi nie Artikel ewig lange fertig vorproduziert auf Lager. Auch, wenn das viele denken mögen. 😉 Manche werden innerlich unruhig, wenn sie gar nichts vorproduziert haben.
Und weißt du was? Das ist okay!
Es ist okay, Listen-Fan zu sein und bei jedem weiteren Häkchen auf deiner Content-To-do-Liste ein zufriedenes Grinsen zu haben.
Es ist genauso okay, morgens um 06:00 Uhr unter der Dusche einen spontanen Einfall zu haben und mit wehendem Handtuch an die Tastatur zu springen, um es jetzt sofort aufzuschreiben, weil du es sonst nicht mehr fühlst.
Aber was beiden Typen (und allen Varianten dazwischen) meist sehr gut hilft ist dennoch vorher einen Rahmen zu setzen. Also schon mal zu durchdenken, welche Themen generell bei dir gerade jetzt und auch grundsätzlich Sinn machen. Weil dann die nächste Umsetzungszeit direkt produktiv startet, statt mit lähmender Grübelei, was heute eigentlich dran wäre. Und der nächste Geistesblitz dadurch in der Regel super zum aktuell wichtigen Schwerpunkt passt.
Also: Lass den Gedanken los, dass „ordentliche Content-Erstellung“ bedeuten muss jeden Mittwoch von 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr an deinem Blogartikel zu sitzen und dergleichen, sondern gönn dir Flexibilität im vorausschauenden Handeln. Denn wirklich dauerhaft umgesetzt bekommst du dein Marketing eh nur, wenn der Weg auch zu dir passt.
6 +1 Tipps, um zeitsparend Content zu erstellen
Neben dem Fokus auf langfristig sichtbare Inhalte: Wie kannst du in deinem Marketing-Alltag konkret vorgehen, wenn du möglichst einfach und zeitsparend hilfreiche Inhalte erstellen möchtest, die für dich deinen „Status sichtbar“ aufrechterhalten? Du kannst bereits mit kleinem Zeitbudget und wenig Zeit fürs Marketing sichtbar werden. Das funktioniert mit diesen 6+1 Tipps.
Basis Content erstellen
Ich empfehle dir für dein Content Marketing am Anfang einen Hauptkanal. Bei mir ist es mein Blog. Hier veröffentliche ich meinen umfangreichsten und hilfreichsten Content zu den Themen, die meine Zielgruppe interessieren. Der Blog ist quasi die Basisstation für alle Inhalte, mit denen ich meinen Expertenstatus online aufbaue.
Wenn es ein Thema gibt, zu dem deine Kund*innen häufig nachfragen oder nach dem oft gesucht wird, schreibe ich einen umfangreichen Artikel darüber und veröffentliche ihn in meinem Blog. Dieser Artikel beantwortet möglichst alle relevanten Fragen und gibt jemandem, der nach diesem Thema sucht, hilfreiche Antworten.
Von meinem Blog leitet sich alles andere ab.
Du kannst als Basis für deinen Content aber auch etwas anderes wählen. Die drei häufigsten Optionen sind:
- Blogartikel
- Podcast-Folgen
- YouTube-Videos
Wichtig: Entscheide dich, gerade am Anfang, zunächst für eine Basis, denn das macht es dir deutlich einfacher und spart Zeit. Genau das wollen wir ja, oder?
Content Snacks erstellen und dadurch Zeit sparen
Viele Selbstständige brauchen sehr viel Zeit für ihren Content, weil sie für jeden Inhalt von A bis Z alles neu durchspielen.
- Sich Themen überlegen,
- einen sinnvollen Ausschnitt des Themas wählen
- eine Grafik für jeden einzelnen Beitrag erstellen
Das kostet unglaublich viel Zeit und nervt leider auch ziemlich, weil es sehr anstrengend ist, sich alles immer wieder neu aus den Fingern zu saugen. Stell dir vor, du spielst das alles für jeden einzelnen Social-Media-Post durch: Uahh!
Viel einfacher ist es, wenn du aus einem Basis-Content mehrere kleine Inhalts-Häppchen, sogenannte „Content Snacks“ machst. Für Social Media brauchst du nämlich keine Postings mit 2.000 Wörtern, sondern kannst kleine Ausschnitte teilen. Das kommt auch den User*innen sehr entgegen, die eher flüchtig durch die Timeline scrollen und ohnehin nicht in der Stimmung und Konzentrationsphase sind, ellenlange Texte aufzunehmen.
Nimm also deinen Basis-Content und leite aus ihm mehrere kleine Informationshäppchen ab. Lege dir am besten bestimmte Formate zurecht, die sich wiederholen, um Zeit zu sparen.
Mögliche Content Snacks sind zum Beispiel:
- ein einzelner Tipp aus dem Basis-Content
- eine stark komprimierte Zusammenfassung des Basis-Contents
- Ein prägnantes Zitat aus dem Basis-Content
- Ein typischer Mythos zum Thema des Basis-Contents
Wenn du so vorgehst, kannst du aus einem Blogartikel, einer Podcastfolge oder einem Video gleich mehrere Social-Media-Posts erstellen und bleibst dort sichtbar, ohne Mehraufwand zu haben.
Newsletter vom Basis-Content ableiten
Kennst du das Problem, dass du längst mal wieder einen Newsletter schicken wolltest, aber einfach nicht weißt, was du erzählen sollst? Auch hier hilft dir der einmal erstellte Basis-Content. Du kannst nämlich einen der eben genannten kleinen inhaltlichen Happen für deine Newsletter-Einleitung nutzen. In der Mail verweist du dann auf deinen neuen Artikel, dein neues Video oder deine neue Podcastfolge. So sparst du dir das Kopfzerbrechen über den Mailinhalt und bleibst außerdem deine Abonnent*innen im Gedächtnis. Ich habe zum Beispiel viele Leute, die nur meinen Newsletter lesen, aber meiner Facebook- oder Instagramseite nicht folgen. Mit diesem Prozess stelle ich sicher, dass sie jeden neuen Content erhalten und ich für sie sichtbar bleibe.
Dieses Vorgehen spart sehr viel Zeit, denn durch den Basis-Content steht mindestens die Hälfte meines Newslettertextes fest und er kann schnell rausgehen.
Content Recycling nutzen
Wenn du einen Basis-Content hast, kannst du aus diesem recht schnell weitere Inhalte ableiten. Alles was du tun musst, ist das Format deines Inhalts zu ändern. Möglichkeiten gibt es viele:
- Aus einem Video wird ein Blogartikel
- Aus mehreren Blogartikeln wird ein Freebie
- Aus einer Podcastfolge wird eine Checkliste
Das Gute daran: Du brauchst nicht ständig neue Themen und erschaffst trotzdem einen Mehrwert. Und außerdem sprichst du durch die verschiedenen Formate auch unterschiedliche Lern- und Wahrnehmungstypen an. Möglicherweise liest der eine lieber deine ausführlichen Artikel, während der andere lieber eine kompakte Checkliste nutzt und ein Dritter mag es eher auditiv und bevorzugt Podcasts.
Diesen Tipp musst du nicht bei jedem neuen Content berücksichtigen. Content Recycling lohnt sich vor allem bei deinen beliebtesten Beiträgen. Wenn du also einen absoluten Spitzenreiter in deinem Themenpool ausmachen kannst, denk doch mal drüber nach, ob du diesen guten Content noch recyceln und anders nutzen kannst.
Content Republishing betreiben
Es ist übrigens auch völlig in Ordnung bestehende Artikel und Videos nach einer Weile nochmals zu posten. Bei Blogartikeln funktioniert das Content Republishing besonders gut, denn du kannst den Artikel sowohl einfach nochmals neu promoten, oder aber ihn um einen neuen Sachverhalt ergänzen und damit fortlaufend aktualisieren. Auch Content Snacks kannst du wiederverwenden. Entweder, indem du sie komplett, wie sie waren, neu postest (das solltest du aber nur selten tun), oder indem du einen Inhalt grafisch neu aufbereitest, beispielsweise ein neues Bild wählst.
Tipp: Wiederhole gleichen Content nicht zu oft 1:1, aber zeige bestehende Inhalte in lockeren Zeitabständen mehrmals. Ich teile zum Beispiel einen Blogartikel, also meinen Basis-Content, mehrmals pro Jahr, wähle aber immer einen anderen Teasertext für Facebook oder den Newsletter.
Zeitersparnis durch Batching
Was auch enorm viel Zeit sparen kann, ist das Bündeln von Aufgaben, auch Batching genannt. Der Sinn dahinter: Du fasst thematisch zusammenhängende Aufgaben zusammen und erledigst sie am Stück. Wenn du gerade dabei bist, Grafiken zu erstellen, lohnt es sich gleich mehrere auf einmal anzufertigen und nicht für jede Grafik einzeln das Programm neu aufzurufen, dir Gedanken um den Kontext und die verwendeten Bilder zu machen etc. Und wenn du beispielsweise einen Blogartikel geschrieben hast, bist du noch drin im Thema und kannst daraus weiteren Content ableiten.
Extra-Tipp: Content vorplanen
Den Content schnell zu erstellen ist die eine Sache, ihn zeitsparend für die Veröffentlichung vorzubereiten die andere. Auch hier kannst du Zeit sparen, wenn du deinen Content vorplanst. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich nutze:
- für Blogartikel die Funktion „Beitrag planen“ in WordPress
- für Facebook und Instagram das Facebook Creator Studio
Beides kostenlose Tools. Ich bin allerdings auch intuitiv unterwegs und plane nicht alles minutiös vor, sondern schaue mir immer für etwa eine Woche im Voraus an, wann ich was posten möchte. Außerdem bleibt immer auch Raum für spontane Postings, die mir in diesem Moment wichtig sind und die dementsprechend nicht lange vorgeplant werden.
Sichtbarkeit darf Spaß machen
Was mir ganz wichtig ist: Sichtbarkeit darf Spaß machen und soll nicht zur lästigen Pflicht werden. Mach dir keinen Kopf, wenn du einmal nur zwei Content Snacks aus einem Artikel abgeleitet hast und beim letzten Mal waren es noch fünf. Nutze deine wichtigsten Inhalte, um sichtbar zu sein und zu bleiben und mach dir das Leben mit diesen Tipps etwas einfacher.






