Wie wichtig ich einen klaren Elevator Pitch fürs Marketing finde, wiederhole ich ja quasi gebetsmühlenartig und ich bin sicher, dass du das nicht zum ersten Mal von mir hörst, sofern du nicht gerade ganz neu hier bist. Warum ich meinen eigenen Elevator Pitch jetzt verändert habe, wie ich dabei vorgegangen bin, welche Struggles ich selbst auf dem Weg erlebe und was ich dir empfehle, wenn sich dein Elevator Pitch verändern muss, teile ich offen und ehrlich mit dir in diesem Artikel.
Inhalt:
- 1 Der eigene Elevator Pitch: Für immer in Stein gemeißelt oder flexibel?
- 2 Wann sollte ich meinen Elevator Pitch verändern und wann nicht?
- 3 So ging ich vor, um meinen Elevator Pitch zu erneuern
- 4 Übergangsphasen der Elevator-Pitch-Veränderung meistern
- 5 Was tun, während der neue Pitch noch nicht fertig ist?
- 6 Veränderung im Elevator Pitch darf Zeit brauchen
Der eigene Elevator Pitch: Für immer in Stein gemeißelt oder flexibel?
Die besondere Stärke des Elevator Pitches im Business ist es ja, dass er der wohl wichtige Kommunikationsanker für erste Berührungspunkte mit einem Business ist. Wenn jemand noch nie von dir gehört hat, machst du es demjenigen leichter, sich dein Business überhaupt einmal vorzustellen und auch zu merken, indem du deine Kernaussage an den relevanten Kontaktpunkten platzierst, z.B. auf der Website, im Newsletter, der Autorenbox im Blog usw. (Sieh hier 12 Einsatzmöglichkeiten für deinen Elevator Pitch)
Damit er diese Wirkung entfalten kann, braucht er zwei Dinge:
- Er muss präzise auf den Punkt sein und regelmäßig genutzt werden.
Sprich: Der Elevator Pitch sollte nicht ständig verändert werden, weil man dich sonst nicht mit der Aussage verbindet, bevor es schon wieder eine neue Version gibt.
Aber und an diesem Punkt stand ich kürzlich selbst und an diesem Punkt kommen Selbstständige im Laufe der Zeit einfach irgendwann vorbei: Er muss auch gut zu dir und deinem Business passen. Inhaltlich und vom Gefühl her, sodass du sagen kannst: Ja, das ist stimmig und klar!
Von daher gilt beides: Er sollte stabil und langfristig gleich bleiben, aber soweit flexibel sein, sich bei Bedarf anzupassen.
Wann sollte ich meinen Elevator Pitch verändern und wann nicht?
Eine gute Kernaussage ist so aufgebaut, dass sie nicht bei jeder kleinen Veränderung im Business verändert werden muss. Sie macht es mit, wenn du verschiedene Angebote ausprobierst oder verschiedene thematische Schwerpunkte setzt, die sich abwechseln. Sollte sie zumindest.
Meine Empfehlung ist deshalb klar: Ändere deinen Pitch nicht ständig, sondern formuliere ihn einmal so, dass er ein gutes Dach über deiner Positionierung und Angebotspalette bildet, das eine längere Zeit tragen kann.
Ist es aber an der Zeit, dass dein Pitch eine Veränderung braucht, kannst du diese behutsam vornehmen.
Es gibt klare Erkennungszeichen, die dir zeigen, wann es Zeit ist, doch mehr zu tun und den Elevator Pitch wirklich zu verändern oder zu aktualisieren.
Zum Beispiel:
- Dein Pitch gibt nicht mehr wieder, was du tust. Das, was du dort ansprichst, stimmt gar nicht mehr, z.B. weil du dich ganz neu ausgerichtet hast.
- Dein Pitch unterschlägt einen wichtigen Teil deines Businesskerns. Dass er nicht alles nennt, ist eh normal, aber manchmal kommt es vor, dass du einen wichtigen Teil ergänzt, dieser im Pitch aber fehlt und dadurch die Gesamtaussage nicht rund ist.
- Dein Pitch fühlt sich für dich nicht mehr stimmig an. Du vermeidest ihn zu kommunizieren, weil irgendwas nicht passt. Das kann auch nur ein Teilbereich sein und muss nicht den gesamten Satz betreffen.
Bei mir selbst war eine Kombination aus Punkt 2 und 3 der Fall, weshalb ich schon seit einigen Wochen spürte: Da darf ich etwas verändern. Mein Elevator Pitch, der mich in seiner Form so seit Herbst 2021, also seit 4,5 Jahren (!) begleitete, braucht eine Aktualisierung. Keine radikale Veränderung, aber doch eine Feinabstimmung.
So ging ich vor, um meinen Elevator Pitch zu erneuern
Die Kernaussage nach so langer Zeit anzufassen, hat schon auch etwas Riskantes, denn mit dieser Aussage bin ich jahrelang sichtbar gewesen. Mit dieser Aussage verbinden mich Menschen. Das einfach radikal zu streichen, wäre fahrlässig. Deshalb betone ich auch so sehr, dass ich dir empfehle einmal einen guten und starken Elevator Pitch für deine Selbstständigkeit zu finden und mit der dann auch mal eine Zeit lang zu arbeiten.
Ich habe mir deshalb ganz genau angesehen:
- Was ist der unverzichtbare Kern meines Elevator Pitches?
- An welchem der vier Bausteine (Ja, ich nutze für den Prozess meine von mir entwickelte Elevator-Pitch-Strategie, weil ich die tatsächlich sehr gut finde 😉) hakt es für mich am meisten?
- Welcher Baustein passt nach wie vor gut?
In meinem Fall war klar, dass am Baustein 2, der Zielgruppenbezeichnung, nichts zu tun ist. Diese ist für mich nach wie vor stimmig.
Baustein 3, der Kundennutzen, passte auch noch.
Aber Baustein 1, meine eigene Tätigkeitsbezeichnung und Baustein 4, der Verstärker bzw. die besondere Herangehensweise waren nicht mehr ganz das, was ich aussagen wollte. Der Zusatz „ohne Marktgeschrei“ war und ist wichtig, weil das einer der größten Resonanzfaktoren ist, über den meine Kund*innen zu mir kommen. So viele erwähnen im ersten Kontakt, dass es ihnen eben um eine Sichtbarkeit ohne dieses Marktgeschrei geht. Deshalb wollte ich diesen Part in jedem Fall erhalten.
Gleichzeitig ist es so, dass mir spätestens seit der Ergänzung meines business-astrologischen Angebotes wichtiger denn je ist, auch zu erwähnen, dass es nicht nur um ein ruhigeres Vorgehen geht, sondern um ein individuell stimmiges. Es geht um Sichtbarkeit, die zu DIR passt. Deshalb habe ich diesen Part in meinem vierten Baustein ergänzt.
Bei der Tätigkeitsbezeichnung wollte ich meine Kernexpertise als Texterin wieder stärker zeigen, da ich die „Texterin“ einerseits für den gängigeren und verständlicheren Begriff halte, als die „Mentorin für Marketingtexte“ und auf der anderen Seite auch wieder mehr Done-for-you-Angebote als Texterin in mein Portfolio integrieren wollte. Die Mentorin in ihrer Funktion als Begleiterin sollte trotzdem erhalten bleiben. In meiner Zeit des Einstiegs ins Onlinekurs-Business, hatte ich meinen Job als „Texterin“ irgendwann wegoptimiert und durch wechselnde andere Bezeichnungen ersetzt. Mal war es die „Sichtbarkeits- und Textmentorin“, dann eben die „Mentorin für Marketingtexte und Sichtbarkeitsmut“.
Doch mir war wichtig, die Dinge wieder klarer beim Namen zu nennen. Von der Basis her bin ich erst einmal eine Texterin, die sich zur Mentorin weiterentwickelt hat. Von daher fand sie den Weg zurück in meine Kernaussage und ich fühle mich damit sehr wohl.
Aktueller Stand meiner Elevator-Pitch-Aktualisierung ist nun dieser hier:
Alte Version meines Elevator Pitches:
„Ich bin Mentorin für Marketingtexte und Sichtbarkeitsmut und zeige Solo-Selbstständigen, wie sie online sichtbar werden, ohne zum Marktschreier werden zu müssen.“
Neue Version meines Elevator Pitches:
„Ich bin Texterin und Mentorin für Marketing ohne Marktgeschrei und unterstütze Solo-Selbstständige dabei, online sichtbar zu werden, ohne sich verbiegen oder zum Marktschreier werden zu müssen.“
Das Verb habe ich übrigens auch bewusst angepasst, da „zeigen“ stärker impliziert, dass ich etwas vorgebe und eben aufzeige. Da ich mein Angebot erweitert habe und neben den Selbstlernkursen und Mentorings nun auch wieder die Text-Dienstleistungen integriere, empfinde ich „unterstützen“ als passender.
Übergangsphasen der Elevator-Pitch-Veränderung meistern
Ich schrieb vorhin übrigens bewusst von meinem „aktuellen Stand“, denn der Prozess an die eigene Kernaussage zu gehen ist echte Fundamentarbeit, die einiges in Bewegung bringt. Manche Menschen müssen das einmal für sich neu formulieren und dann passt es. Andere – und zu denen gehöre ich auch – müssen es eine Weile mit sich tragen und spüren, wie es sich anfühlt. Passt es, oder braucht es noch eine weitere Anpassung?
So bin ich also mit dieser angepassten Version nun nach und nach stärker unterwegs, probiere es aus, wie sie sich im Blog oder auf meiner Startseite anfühlt und schaue, ob sie es ist oder noch nicht. Solche Übergangsphasen sind nach so einer langen Zeit mit einem Pitch schon in Ordnung und ich merke auch bereits, dass sich die neue Version sehr gut anfühlt und inhaltlich stimmig ist.
Ganz konkret wäre natürlich noch denkbar, die Dopplung des „Marktgeschreis“ zu vermeiden. Oder aber „online sichtbar zu werden“ auch noch stärker an meiner Tätigkeit als Texterin auszurichten, z.B., indem ich sagen würde
„[…] und helfe Solo-Selbstständigen dabei, den Wert ihrer Arbeit zu vermitteln und die richtigen Menschen anzuziehen […]“
Hier bin ich noch nicht zu 100% sicher und gestehe mir auch zu, das noch nicht zu sein. Einfach, weil ich mich und meine Art durch Veränderungen zu gehen inzwischen kenne und akzeptiere. Es wird sich auf dem Weg herauskristallisieren, was besser passt. Und auch, ob ich den nun aus dem Pitch rausgenommenen, aber nicht minder im Business gelebten „Sichtbarkeitmut“ wieder ergänzen werde.
Oftmals stimmen viele Möglichkeiten und fühlen sich gut an, aber irgendwo müssen wir Entscheidungen treffen und das eine Gute dem anderen vorziehen, damit der Pitch seine starke Funktion nicht verliert. Das sehe ich in der Arbeit mit meinen Kund*innen immer wieder und gebe ihnen dann gerne auch die Zeit, bis sie ihre Version gefunden haben. Einen Pitch übers Knie brechen macht wenig Sinn.
Was tun, während der neue Pitch noch nicht fertig ist?
Dass es eine Phase der Veränderung sein darf, wenn du deinen Elevator Pitch veränderst, genauso wie auch ein radikaler Schnitt zu Moment x, ist beides gleichermaßen ok. Es kommt darauf an, wie du besser mit der Veränderung arbeiten und leben kannst.
Aber was, wenn es eben eine Zeit dauert und du nicht zu denen gehörst, die sich superschnell mit einer neuen Version ihres Pitches wohlfühlen? Muss die Selbstständigkeit dann pausieren, weil du ja auch nichts Falsches rausgeben möchtest? Wie zum Beispiel umgehen mit Interviews, Gastartikeln und Co., wen du weißt, dass dein bestehender Elevator Pitch veraltet ist, der neue aber noch nicht steht?
Genau das ist der Normalfall: Dinge im Business verändern sich, während wir tun, während wir unterwegs sind. Und nein, es ist nicht notwendig und meist ja auch wirtschaftlich gar nicht möglich, wochenlang zu pausieren, bis du dir mit dem neuen Elevator Pitch sicher bist. Sowieso kommt diese Sicherheit aus meiner Erfahrung viel leichter, wenn du sie im echten Alltag gewinnst und nicht nur auf dem Konzeptpapier.
Solange du den bisherigen Pitch noch etwas treffender findest als deine aktualisierte Version, gib also einfach diesen bei Gastartikeln und Co. an. Denn er wird ja für den jetzigen Moment nicht falsch, nur weil seine Zeit bald beendet sein wird. Er ist und bleibt die zu einer Zeit in deinem Business richtige und treffende Version und so darf er natürlich auch unter alten Beiträgen stehenbleiben. Wir müssen was war nicht überall korrigieren, sondern können weitergehen und ab einem Moment sagen: Jetzt gebe ich den aktualisierten Elevator Pitch an. Jetzt passt es.
Aber natürlich kommt es auch hier darauf an, wie stark die Veränderung in deinem Business, die sich im Pitch niederschlägt, ist. Veränderst du dein Business radikal, wird sich natürlich auch dein Pitch stärker ändern und dann ist der Kommunikationsumstieg nicht so fließend wie bei einer kleineren Feinabstimmung wie in meinem Beispiel.
Veränderung im Elevator Pitch darf Zeit brauchen
So wichtig der Elevator Pitch als starker Kommunikationsanker in einem Business ist, so verständlich ist auch der Wunsch hier niemals unsicher oder eben in Veränderung zu sein. Gleichzeitig ist es einfach so, dass wir in der Selbstständigkeit immer wieder durch Veränderungsprozesse gehen. Das ist normal und wichtig. Die wenigsten können oder wollen darüber hinaus alles komplett pausieren, bis sie ihre fertige Endversion haben, denn das Geschäft läuft ja weiter.
Sowieso zeigt sich eine neue, passendere Version des Elevator Pitches aus meiner Sicht am besten durch gelebte Praxis und nicht rein auf dem Papier mit zig verschiedenen Test-Versionen. Von daher sind solche Übergangsphasen okay, sofern sie dir dabei helfen, danach wirklich wieder deins gefunden zu haben, das dir über die nächsten Monate oder Jahre hilfreich zur Seite stehen wird.
Nochmal: Es ist okay, Phasen zu haben, in denen du dir sehr sicher bist mit deinem Pitch und solche, in denen du merkst, dass sich etwas verändern muss oder soll. Und auch, dass letztere nicht in einer Stunde abgefrühstückt sind, sondern einen Moment brauchen. Natürlich solltest du nicht monatelang herumeiern und zehn verschiedene Pitches kommunizieren, das würde für sehr viel Verwirrung im Außen sorgen und kann deine Sichtbarkeit negativ beeinflussen. Aber sich Zeit nehmen, kann dabei helfen etwas wirklich Gutes und Passendes zu erschaffen.
Irgendwann braucht es dann den Mut zu sagen: So, das ist es nun und jetzt gebe ich diese neue Fassung raus. Und bis dahin ist es auch okay, wenn sich dein Pitch formt und nicht blitzartig erscheint.






