Kaum etwas höre ich so oft wie den Satz, dass Social Media furchtbar anstrengend sei. Und bei vielen folgt danach die Frage, ob sie nicht Facebook und Instagram löschen und ohne das ganze Social-Media-Geposte sichtbar werden können. Grundsätzlich ja. Aber es gibt ein paar Dinge zu berücksichtigen. Welche das sind und wie du ohne Social Media sichtbar wirst, zeige ich dir hier.
Inhalt:
Social Media: niedrigschwelliger Start, maximaler Stressfaktor
Social-Media-Kanäle sind tatsächlich ein sehr niedrigschwelliger Start in die Sichtbarkeit und deshalb bei vielen Selbstständigen sehr beliebt. Man kann einfach so, fast ohne Technik-Knowhow starten, weil die Plattformen den Rahmen vorgeben. Klingt easy und wird deshalb auch gerne genutzt. Zudem sind einige auch schon vorher privat auf Facebook, Instagram & Co. angemeldet und der Schritt zu einem Business-Profil ist dann kein allzu großer mehr.
Der Verlauf von Facebook, Instagram und Co. im Business ist oft so:
- Man meldet sich mal dort an, weil „man das doch so macht“
- Man erstellt sich ein Insta-Profil oder eine Facebook-Unternehmensseite, um sie mal zu haben
- Dann beginnt die große Frage „Was soll ich posten?“
- Und entweder belegt man einen Kurs dazu, oder probiert es erst einmal auf gut Glück
- Früher oder später kommt dann der Frust, weil Social-Media-Präsenz gefühlt ständig was braucht: Ein neues Posting, Interaktion, sich mal wieder sehen lassen usw. Das stresst und kostet Zeit! Und bezahlte Zusammenarbeiten und Buchungen entstehen aber leider kaum bis gar nicht aus der ganzen Mühe.
Und dann? So viel Arbeit für nichts? Bringt das überhaupt was oder sollte man Instagram lieber löschen und sich von Facebook abmelden?
Der vielleicht größte Irrtum: Sichtbarkeit braucht Social Media
Warum melden sich so viele gerade zum Beginn ihrer Sichtbarkeit bei Social-Media-Kanälen an? Die Niedrigschwelligkeit des Starts ist die eine Sache. Die andere ist, dass viele überzeugt davon sind, dass Social Media zwingend dazugehört. So wie Buchhaltung oder dergleichen. Aber dem ist nicht so. Marketing fürs eigene Business gehört dazu, aber Marketing muss nicht unbedingt über Facebook, Instagram, TikTok etc. geschehen.
Effektiv ist es zweitrangig, über welchen Kanal du sichtbar wirst und viel wichtiger, dass du es überhaupt tust. Und dass du dich mit dem Kanal deiner Wahl wohlfühlst, damit du auch dranbleiben kannst, sobald die erste Anfangs-Euphorie verflogen ist. Denn – so fade das auch klingen mag – Marketing ist ein Dranbleibe-Spiel. Nervt dich Facebook endlos und Instagram macht dich total unzufrieden? Dann: Ja, du darfst Instagram löschen und dich von Facebook verabschieden und dir einen anderen Weg zur Sichtbarkeit suchen.
Instagram, Facebook & Co. löschen: Ganz oder nur halbwegs?
Eine Sache würde ich aber unbedingt bedenken: Wenn du bereits auf Instagram oder Facebook aktiv bist, schau dir vorm Löschen deiner Profile folgende Dinge an:
- Welche Alternative hast du? Wie wirst du sichtbar, wenn nicht über Instagram etc? Wenn du noch gar keine Alternative hast, dann empfehle ich dir, so bald wie möglich eine aufzubauen, denn es braucht ein bisschen Zeit, bis ein Marketingkanal anläuft.
- Welche Rolle spielen Instagram, Facebook und Co. für dich? Es kann sein, dass dich Sichtbarkeitsaufbau über Social Media unfassbar nervt und dann ist es sehr klug, dir eine Alternative zu suchen. Aber vielleicht gibt es eine Bedeutung darüber hinaus? Ist dem so, dann kannst du auch eine „teilweise Löschung“ bzw. eher Stilllegung, Runterschrauben auf ein Basis-Profil o.ä. in Betracht ziehen.
Mein persönlicher Weg: Teilweiser Abschied von Social Media
Meine Haupt-Sichtbarkeit lief schon immer über meinen Blog. Diesen Kanal habe ich stark gemacht, sodass darüber Leute auf meine Website kamen und zu meinen Kund*innen wurden. Zusätzlich war ich auf Facebook und Instagram aktiv, aber auf einem eher überschaubaren Level.
Als ich Ende 2023 schließlich meinen Facebook- und Instagram-Content gelöscht und das Erstellen neuer Beiträge komplett eingestellt hatte, habe ich mich dennoch gegen das Löschen meiner Profile entschieden. Nicht wegen der Sichtbarkeit, denn ein leeres Profil bringt nicht wirklich Sichtbarkeit. Sondern weil mir gerade diese spontane Kommunikationsmöglichkeit gefiel. Um mal eben etwas aus meinem Business-Alltag zu teilen, schrieb ich keinen Newsletter. Aber als Möglichkeit, um mit meinen Interessenten in Kontakt zu kommen, war eine kurze Story auf Instagram wunderbar. Diese Funktion konnten weder mein Blog, noch mein Newsletter ersetzen und ich schätzte sie auch nach meinem Social-Media-Rückzug sehr. Deshalb entschied ich mich im Sommer 2025, nach 1,5 Jahren Posting-Pause auf Social-Media auch dazu, zumindest mein Instagram-Profil wieder mit einer guten Basis aus Content zu bestücken und die Story weiterhin zu nutzen. Zudem spielen auch Meta-Ads, also Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram, in meinem Business eine Rolle, weshalb ich mein Profil nicht komplett löschte.
Du siehst: Es gibt nicht nur „Ganz oder gar nicht“-Lösungen, aber wichtig ist, einen Fokus zu haben. Wenn ich sehe, wie viel Aufwand mich ein Beitrag auf Instagram kostet und wie wenig dafür zurückkommt in Form von messbarer Sichtbarkeit und Umsatz, weiß ich jedes Mal genau, warum ich Instagram nie zu meinem Haupt-Marketingkanal gemacht habe und auch nicht machen werde. Es ist und bleibt ein +1, ein Kanal on top, aber mein Sichtbarkeitsbringer ist mein Blog. Das zu wissen, bringt Klarheit und Erleichterung und hilft in Zeiten mit weniger Marketingzeit Prioritäten zu setzen.
Wie viel Social Media ist für deine Selbstständigkeit richtig?
Dein Weg kann ähnlich aussehen oder ganz anders. Prüfe für dich selbst, wie viel Social Media für dein Business wichtig ist und entscheide anhand dieser Basis. Wenn du merkst, dass allein auf Instagram & Co. zu setzen, dich extrem stresst, aber zu wenig bringt, sieh dich nach Alternativen um. Meine Empfehlung ist hier dein eigener Business-Blog, denn bloggen lohnt sich auch heute noch sehr, aus ganz vielen verschiedenen Gründen. Zudem ist es für mich die entspanntere Art des Sichtbarwerdens, weil ein Blog nicht täglich neuen Input braucht und sich das Bloggen an sich auch technisch nicht jeden Monat neu erfindet. Es ist, was es ist und funktioniert, wie es soll. Ich liebe solche Dinge ja mehr, als immer die Erste bei einem neuen Trend zu sein. Aber auch das kann und darf unterschiedlich sein.
Wie starte ich mit dem Bloggen, wenn ich Social Media verlassen will?
Wenn du dir eine Alternative zu Social Media aufbauen möchtest, weil du Instagram und Facebook löschen oder dich gar nicht erst dort anmelden möchtest, dann schau gern mal in diesem Artikel hier; da findest du meine Tipps für deinen ersten Blogartikel. Ganz viel Spaß beim Bloggen und dem entspannten Sichtbarwerden!






