Rund 48 % der Selbstständigen sagen: „Meine Website ist mir peinlich!“ und zeigen sie ungerne her. Doch leider kann sie dich dann auch nicht bei der Kundengewinnung unterstützen, was eigentlich ja ihr Job ist. Wenn du dich manchmal für deine Website schämst, lies diesen Artikel, denn ich gebe dir praktische Soforthilfen, wie du das schnell und einfach verändern kannst.
Inhalt:
- 1 „Meine Website ist mir peinlich“ und warum du dann tätig werden solltest
- 2 Schnelle Soforthilfen, wenn du dich für deine Website schämst
- 2.1 Problem eingrenzen: Was genau ist dir an deiner Website peinlich?
- 2.2 Website ist peinlich, weil sie nur halbfertig ist
- 2.3 Unangenehm, die Website weiterzugeben, weil die Technik hakt
- 2.4 Website ist unangenehm, weil das Design nicht passt
- 2.5 Website ist peinlich, weil sie inhaltlich chaotisch ist
- 2.6 Website ist unangenehm, weil sie 08/15 klingt
- 3 Von peinlich berührt zu stolz auf deine Website: Du hast es in der Hand
„Meine Website ist mir peinlich“ und warum du dann tätig werden solltest
Ehrlich gesagt habe ich schon oft mit Selbstständigen zu tun gehabt, denen ihre aktuelle Website eher unangenehm ist und die deshalb auch zögerlich reagieren, wenn ein potenzieller Kunde nach der Website-Adresse fragt. Deshalb kommen sie ja häufig zu mir und wollen die Website verbessern.
Als ich dann aber die Zahlen der Storyblock-Umfrage von 2023 gelesen habe, in der rauskam, dass satte 48 % der Selbstständigen sich für ihre Website schämen, hat mich das trotzdem nochmal erstaunt. Im Jahr darauf waren die Zahlen in der gleichen Umfrage zwar schon einige Prozentpunkte niedriger, aber immer noch enorm hoch. Wahnsinn, wie vielen Selbstständigen ihre eigene Website unangenehm ist!
Und klar: Verbessern kann man immer was. Auch auf meiner Website gibt’s mehr als eine Sache, die ich optimierungswürdig finde. Aber das Ding ist: Wenn deine Gefühle deiner eigenen Website gegenüber so negativ sind, dass du die URL lieber verschweigst und niemanden draufgucken lässt, dann sabotierst du deinen eigenen Erfolg. Denn dann verhinderst du aktiv, dass deine Website dir helfen kann, Kund*innen zu gewinnen, was so so schade wäre.
Vermutlich ist deine Website dir ja auch nicht grundlos unangenehm, sondern du befürchtest vielleicht, dass sie sowieso nichts für dich tut, wenn jemand sie durchklickt. Aber auch dann wird es ja höchste Zeit was zu unternehmen, denn beides läuft aufs Gleiche hinaus: Wenig Sichtbarkeit, keine Anfragen.
Ändern wir das!
Schnelle Soforthilfen, wenn du dich für deine Website schämst
Die optimale Lösung wäre natürlich eine komplett durchdesignte, professionell betextete Seite auf dem neuesten Stand der Technik. Inhaltlich und rechtlich doppelt und dreifach überprüft. Logisch. Aber auch oft unrealistisch. Natürlich soll deine Website ordentlich sein und rechtlich sicher. Aber wenn Selbstständige die Perfektion bis ins kleinste Detail wollen, führt das viel öfter dazu, dass die Website gar nicht online geht. Das wollen wir nicht, denn – du erinnerst dich – unsere Website kann unsere beste Mitarbeiterin sein und uns bei der Kundengewinnung helfen.
Schauen wir also mal nach alltagstauglichen Lösungen, die du zeitnah umsetzen kannst und für die du kein Budget von mehreren tausend Euro brauchst.
Problem eingrenzen: Was genau ist dir an deiner Website peinlich?
Als Selbstständige haben wir ja ganz viele verschiedene Aufgaben und uns wird eher selten langweilig, weil die To-do-Liste gähnend leer ist. Deshalb lohnt es sich, nicht chaotisch irgendwas zu optimieren oder die Website übereilt offline zu nehmen, sondern das Problem einzugrenzen. Frage dich im ersten Schritt:
Wofür genau schämst du dich?
Vielleicht ist dir an deiner Website unangenehm, dass…
- sie immer noch nur halbfertig ist
- dass ihr Design veraltet ist
- die Technik immer irgendwo hakt
- sie total unklar und verwirrend geschrieben ist
- sie ein Kuddelmuddel aus deinen Anfängen, deinem Business heute und den ganzen Jahren dazwischen ist und nichts mehr so richtig stimmt
Ist es vielleicht einer dieser Punkte? Oder ein anderer? Vielleicht kommen auch mehrere zusammen.
Dann schau weiter und frage dich:
Was müsste an deiner Website anders sein, damit du sie gerne weitersagen würdest?
Und wenn nicht gerne, weil da vielleicht auch ein bisschen Angst vor Sichtbarkeit mit reinspielt, dann zumindest ohne Magenschmerzen?
Beim wichtigsten Thema setzt du an. Wie und was du konkret unternehmen kannst, folgt nun.
Website ist peinlich, weil sie nur halbfertig ist
Ich könnte nun einfach sagen: Ja, dann stell sie fertig. Das mache ich auch, aber vielleicht anders, als du denkst. 😉 Denn das alleine einfach so hingeworfen wäre zu leicht gesagt und wohl wenig ermutigend, wenn du schon ewig und drei Tage an deiner Website sitzt und sie eben nicht „einfach so“ fertig bekommst. Meiner Erfahrung nach haben unfertige Websites oft mit Unklarheit zu tun, was alles auf die Seite gehört. Denn theoretisch kannst du ja beliebig viele Seiten und Unterseiten anlegen und viele denken, je mehr Information sie auf ihre Website packen, umso hilfreicher wird diese. Dem ist in der Praxis aber nicht so, sondern im Gegenteil: Je klarer und übersichtlicher die Website, umso besser.
Wenn du solo-selbstständig bist mit einer Dienstleistung, einer Beratung oder einem Coaching-Angebot empfehle ich dir folgende Seiten für deine Website:
- Startseite
- mind. 1 Angebotsseite
- Über-mich-Seite
- Kontaktseite
- Impressum
- Datenschutz
Das reicht vollkommen und die jeweiligen Seiten brauchen auch keine Unterseiten mehr, sondern genügen so. In diesem Blogartikel hier erkläre ich dir zusätzlich, welche Aufgabe welche Seite im Website-Aufbau hat und was inhaltlich auf ihr passieren sollte. Lies gerne ergänzend rein, wenn das dein Umsetzungspunkt sein wird.
Unangenehm, die Website weiterzugeben, weil die Technik hakt
Eine funktionsfähige Website ist wichtig, denn was nützt es dir, Leute auf die Seite zu schicken und dann bekommen sie ständig Fehlermeldungen oder kaputte Links. Das ist klar! Aber viele halten ihre Website auch zurück, weil sie z.B. das Newsletter-Anmeldeformular noch nicht eingebunden haben. Verständlich, aber nicht notwendig, denn die Website kann wunderbar auch ohne dieses starten. Du kannst es später immer noch ergänzen.
Vielleicht willst du auch ein Terminbuchungstool einbinden und hast dir das schon so schön vorgestellt, wie die Leute sich dann ganz bequem direkt auf deiner Website ihre Termine buchen können. Und nun spinnt das Tool, du kriegst es nicht hin und sagst deshalb lieber keinem, wie deine Website-Adresse lautet. Auch hier: Lass dich nicht von der Technik ausbremsen. Einfache, aber funktionale Lösungen, sind vollkommen ausreichend und wenn das Tool partout nicht kooperieren will, dann nimm entweder ein anderes, oder verlink einfach zu deiner Kontaktseite. Auch das ist vollkommen in Ordnung. Mach es dir nicht unnötig schwer.
Website ist unangenehm, weil das Design nicht passt
Für viele spielt auch die Optik eine große Rolle, wenn sie sich entscheiden, ihre Website-Adresse lieber nicht weiterzugeben. Und ja, zum guten Eindruck der Website gehören Text und Bild, Design und inhaltlicher Aufbau. Aber: Wenn dein Business nicht gerade Webdesign ist, brauchst du kein extrem raffiniertes Design, sondern es reicht, wenn die Seite optisch stimmig ist.
Wenn du also ein Design hast, das nicht mehr passt, aber gerade keine Zeit oder kein Budget für ein professionelles Webdesign hast, dann helfen auch kleinere Verbesserungen. Du kannst z.B. damit starten, deine stimmigen Businessfarben zu finden und diese wenigstens nutzen. Dann wirkt die ganze Seite schon mal passend und du musst dich nicht schämen, wenn jemand vorbeikommt.
Das gilt übrigens auch für Fotos. Du glaubst gar nicht, wie oft ich schon gehört habe: „Meine Website kann noch nicht online gehen, weil ich noch keine professionellen Fotos habe!“
Solche lohnen sich definitiv, aber das heißt nicht, dass deine Website nicht auch vorher online sein kann, bis du dieses Shooting vereinbart hast. Gute Selfies sind für die Übergangszeit auch okay, solange du gut darauf zu erkennen bist. Fotos kannst du später ganz einfach austauschen, sobald du bessere hast. Lass dich das nicht ausbremsen. Vielleicht kannst du ja gleich heute noch ein neues Foto für die Website machen? Tools wie Canva und Co. sei Dank, kannst du auch das Format recht leicht selbst anpassen und musst nicht darauf warten, bis jemand ein professionelles Foto in zig Formaten für dich bereitstellt.
Wie gesagt: Branding-Fotos sind richtig klasse, das will ich nicht bestreiten. Es geht darum, dich nicht auszubremsen, bis du diese hast, sondern auch in der Zwischenzeit mit gutem Gefühl online zu sein.
Website ist peinlich, weil sie inhaltlich chaotisch ist
Und dann gibt es noch den Fall – sehr häufig sogar! – dass dir einfach unangenehm ist, was auf der Website steht. Vielleicht hat sich dein Business in den letzten Jahren weiterentwickelt, aber deine Website gibt das gar nicht so richtig wieder. Sie ist ein Kuddelmuddel aus Altem und Neuem, hat etliche Verlinkungen, die ins Leere führen und Unterseiten zu Angeboten, die es gar nicht mehr gibt. Neue Sachen sind aber noch nicht alle vertreten und so willst du einfach nicht nach draußen gehen, denn was sollen die Leute da denken?
Bei einer stark gewachsenen Website hilft letztlich nur auszusortieren und dich zu fragen: Was biete ich an? Was nicht mehr?
Alles, was nicht mehr in deinem Portfolio ist, kommt runter. Aktuelle Angebote bekommen ihren Platz. Um auch hier einen ersten Startpunkt zu finden, beginne mit den im ersten Moment sichtbaren Elementen:
- der Startseite
- und den Menüpunkten
Es ist nämlich nicht so schlimm, wenn eine veraltete Unterseite noch online ist, solange sie nicht direkt auf den ersten Blick ersichtlich ist. Kaum jemand findet Seiten, die irgendwo im Hintergrund online sind, wenn sie nicht im Menü oder auf der Startseite stehen. Schau deshalb zuerst da, dass alles (wieder) stimmt.
Hilfreiche Faustregel: Jedes deiner aktuellen Angebote sollte sich auf der Startseite und/oder im Hauptmenü wiederfinden. (Und veraltete Angebote sollten da raus ;-))
Website ist unangenehm, weil sie 08/15 klingt
Die meisten Solo-Selbstständigen, die ihre Business-Website online bringen wollen, sind keine Profi-Texter*innen. Deshalb ist es normal, dass man sich umsieht und von anderen Websites inspirieren lässt. Doch leider entsteht aus dem Blick auf andere oder dem Bemühen der KI, wie ChatGPT & Co. dann schnell eine Website, die 08/15 klingt: Floskelhaft, langweilig, nichtssagend. Das ist natürlich nicht das Gelbe vom Ei und kann unangenehm sein. Wer will schon völlig austauschbar klingen?
Wie ich eben schon geschrieben hatte, hat jede Seite der Website ihre eigene Aufgabe und jede Seite braucht deshalb darauf ausgerichtete Website-Texte. Dieses Schreiben der Website-Texte kannst du lernen; es ist keine Zauberei.
Für die allererste Unterscheidbarkeit hilft aber auch bereits, dir eine klare Kernaussage zu erarbeiten. Diese Kernaussage (Elevator Pitch) fasst in einem Satz zusammen, worum es in deinem Business geht und kann dadurch der inhaltliche Anker für die gesamte Website sein. Wenn du diesen einen Satz einmal gefunden hast, unterscheidest du dich bereits von allen, die fade 08/15-Texte auf ihrer Website haben. Das klingt wenig, aber hat einen richtig großen Effekt. Deshalb empfehle ich wirklich jedem Selbstständigen auch, eine eigene Kernaussage zu formulieren.
Wenn du das angehen und zeitnah abhaken willst, schau gern mal hier für eine einfache Anleitung für den Elevator-Pitch.
Von peinlich berührt zu stolz auf deine Website: Du hast es in der Hand
Deine Website ist ein ganz wunderbares Tool und sie kann dich unterstützen, ohne zu 100% perfekt zu sein. Achte darauf, dass sie inhaltlich aussagekräftig ist, sowie klar und übersichtlich. Damit kannst du bereits sehr gut arbeiten und dir muss sie nicht peinlich sein. Und stell dir nur mal vor: Wie schön wird es sein, wenn du deine Website-Adresse gerne weitergibst, weil du weißt, dass du damit vielleicht einen neuen Kunden gewinnst? Gönn dir diese riesige Unterstützung für dein Business – es lohnt sich so sehr.
Tipp: Kennst du schon meinen übersichtlichen Website-Guide? Darin findest du die inhaltlichen Säulen einer erfolgreichen Website für Solo-Selbstständige inkl. konkreter Umsetzungstipps für jede Seite.






