Der Wunsch nach einem ruhigeren Marketing, bei dem man sich nicht laut brüllend auf den Marktplatz stellen muss, wird in immer mehr Selbstständigen wach. Glücklicherweise gibt es leises Marketing, aber anders, als viele glauben. In diesem Artikel beantworte ich dir die häufigsten Fragen zu leisem Marketing und verrate dir die drei wichtigen Grundprinzipien. Lies rein!
Inhalt:
- 1 Leises Marketing vs. lautes Marketing: Warum so viele lautes Marketing ablehnen
- 2 5 Missverständnisse zu leisem Marketing, die dafür sorgen, dass es nicht klappt
- 3 Leises Marketing vs. lautes Marketing: Was ist der Unterschied?
- 4 3 Grundprinzipien des leisen Marketings: Was bedeutet leises Marketing konkret?
- 5 Praxistipp: So kannst du mit leisem Marketing starten
Leises Marketing vs. lautes Marketing: Warum so viele lautes Marketing ablehnen
Grundsätzlich gibt es keine trennscharfe Einteilung in „Das ist lautes Marketing“ und „Das ist leises Marketing“. Aber was durchaus sehr vertreten ist, ist die Abkehr von bestimmten Vorgehensweisen, die im klassischen Marketing sehr präsent sind und die meist als eher „laut“ verstanden werden:
- Aufdringliche Kaltakquise
- Omnipräsenz und Dauerbeschallung
- Das Blaue vom Himmel versprechen
- So lange dranbleiben und nachhaken, bis jemand kauft
- Künstliche Verknappung und Panikmache
Diese und viele weitere Methoden sind gängige Marketingpraxis, die nachweislich zu mehr Kaufabschlüssen führen können. Gleichzeitig werden sie von vielen Selbstständigen, mit denen ich arbeite, abgelehnt, weil sie völlig gegen ihre eigenen Werte gehen. Solche Methoden anzuwenden fühlt sich für diese einfach nicht richtig an und hinterlässt mindestens ein Unbehagen. Du kannst das mal für dich gegenchecken: Wie fühlst du dich, wenn du immer besonders große Versprechen machen musst und garantierten Erfolg versprechen musst, obwohl dieser Erfolg ja letztlich von mehreren Faktoren abhängt, z.B. von der Umsetzungskraft der Kund*innen? Wie geht es dir, wenn du täglich Leute ansprechen sollst, um sie in ein Verkaufsgespräch zu bekommen? Für viele ist das einfach nichts, sie lehnen diese sehr nach außen gewandte, sehr laute Art von Marketing ab.
So weit, so verständlich.
5 Missverständnisse zu leisem Marketing, die dafür sorgen, dass es nicht klappt
Wenn du Marketing als laut und unangenehm empfindest, ist es legitim, eine Alternative zu suchen. Gewissermaßen ein leises Marketing, das nicht so auf den Putz haut, aber trotzdem Leute zu dir führt. Diese Alternative gibt es auch, aber sie wird sehr oft missverstanden. Denn leises Marketing oder ein ruhigeres als dieses Dauergetrommel bedeutet nicht:
- Gar nicht über dein Angebot zu sprechen und warten und hoffen
- Jede Mail, jeden Post und alles, worüber du kommunizierst als „Die Leute nerven“ einzustufen
- Verkaufen generell abzulehnen als etwas, das man nicht tut
- Ohne klare Positionierung rauszugehen, weil die Leute dir schon sagen werden, was sie brauchen
- Dich komplett zurückzuziehen und dir zu sagen, dass das ja eh nicht so wichtig ist, was du zu sagen hast.
Leises Marketing bleibt Marketing, es ist kein Rückzug in der Hoffnung irgendwie zufällig von Kund*innen bemerkt zu werden.
Leises Marketing vs. lautes Marketing: Was ist der Unterschied?
Der vielleicht größte Unterschied zwischen leisem und lautem Marketing ist die Art und Weise der Kommunikation. Bei beiden kommunizierst du zwar nach außen und erzählst von deinem Business, aber beim lauten Marketing ist die Art und Weise eine andere: direkter, konfrontativer, an Menschen gerichtet, die oft keine Vorab-Information haben und vielleicht gerade auch keinen Bedarf an Unterstützung. Leises Marketing ist deutlich informativer und offener: Du stellst hier Informationen zur Verfügung und sorgst dafür, dass Menschen, die sich für diese Informationen interessieren, sie finden. Und zwar nicht, indem du sie lautstark darauf aufmerksam machst, sondern indem du sicherstellst, dass deine Inhalte sichtbar werden. Findet dann jemand deine Informationen auf Website, Blog und Co. kann er selbst entscheiden, ob er mehr wissen möchte oder nicht. Gleiches Ergebnis: Du verkaufst dein Angebot, aber wesentlich entspannter und – so empfinden es viele – wertschätzender.
3 Grundprinzipien des leisen Marketings: Was bedeutet leises Marketing konkret?
Zu wissen, dass es eine Alternative zum lauten Marketing gibt, ist schon mal positiv.
Leises Marketing kennenzulernen, auch.
Aber wo liegen die Unterschiede in der Praxis konkret? Was musst du anders machen, wenn du dir ein leises Marketing für dein Business wünschst? Steigen wir dafür noch tiefer ins Thema ein und sehen uns wesentliche Grundprinzipien des leisen Marketings an.
Prinzip 1 des leisen Marketings: Klarheit, statt Lautstärke
Lautstärke verkauft oft allein über die erhöhte Aufmerksamkeit. Wenn sich jemand wortwörtlich mitten auf den Marktplatz stellt und brüllt, wirst du das kaum überhören können. Das Interesse ist erst einmal da, da kannst du gar nicht viel dagegen tun. Auch wenn du vielleicht genervt bist von der Brüllerei, bemerkst du diese Person und ihre Inhalte zunächst.
Jemand, der hingegen ruhig auf dem Platz steht und sein Ding macht, mit Kund*innen spricht, seine Waren verteilt, der fällt dir vielleicht nur am Rande in den Blick. Du bemerkst ihn höchstwahrscheinlich deutlich weniger. Damit aber nun auch diese Person verkauft und ihr Geschäft erfolgreich betreiben kann, braucht sie einen Ersatz für die Lautstärke und das können verschiedene Dinge sein. Allem voran: Klarheit.
Wenn diese Person ein glasklar benanntes Thema bedient, das du als unbeteiligte Person auf den ersten Blick verstehst, hat sie die Chance dein Interesse auch auf leisere Art und Weise zu wecken. In der tatsächlichen Marktsituation wäre hier ein klar beschrifteter Aufsteller sinnvoll. Im Online-Kontext sind es relevante und für die potenziellen Kund*innen interessante Themen in Blog & Co.
Prinzip 2 des leisen Marketings: Anziehung, statt nachrennen
Je klarer deine Message, je interessanter dein Angebot, umso eher kommen die Leute von sich aus auf dich zu, ohne dass du ihnen nachrennen musst. Damit dies gelingt, darfst du aktiv werden und die dafür notwendigen interessanten Inhalte erstellen und veröffentlichen. Nur wenn es etwas gibt, das die Aufmerksamkeit der Menschen wecken kann, funktioniert leises Marketing. Ohne irgendeine Art von Content, ohne klare Kommunikation nach außen, bleibt es reines Hoffnungsmarketing.
Prinzip 3 des leisen Marketings: Vertrauensaufbau, statt Druck
Leises Marketing braucht Geduld, denn nicht jeder, der einmal auf dein Angebot aufmerksam wurde, kauft sofort. In Wahrheit tun es die wenigsten. Das laute Marketing würde hier mit mehr Druck reagieren, um eine Kaufentscheidung schnellstmöglich herbeizuführen. Willst du das nicht tun und den Menschen keinen Druck machen, hast du eine Alternative: Kontinuität, um Schritt für Schritt Vertrauen aufzubauen. Immer wieder dein Thema platzieren. Dranbleiben und so deine Grundsichtbarkeit immer weiter ausdehnen. Je mehr Menschen dich mit deinem Thema auf dem Schirm haben, umso mehr kaufen von sich aus, wenn sie eben so weit sind. Aktionen, Boni, Rabatte – all das ist natürlich möglich, aber beim leisen Marketing ist es kein Muss, sondern ein Benefit, den du dosiert einsetzen kannst, wenn du es eben möchtest.
Praxistipp: So kannst du mit leisem Marketing starten
Je weniger Lust du auf Marktgeschrei hast, umso wichtiger ist es, deinem leiseren Marketing ein echtes und chancenreiches Fundament zu geben. Auch das leise Marketing läuft nicht von allein.
Wenn du starten möchtest, empfehle ich dir zunächst für Klarheit zu sorgen, sowohl bei dir selbst, als auch nach außen hin. Beim Sichtbarkeitsstart geht es immer erst darum, zu klären, womit du antrittst und wer bei dir richtig ist. Und anschließend um die Umsetzung, sodass diese Klarheit nicht übersehen werden kann, auch wenn du eben nicht zu denen gehören willst, die laut schreien.
Tipp: In meiner Sichtbar-ohne-Marktgeschrei-Roadmap zeige ich dir die vier konkreten Schritte auf dem Weg von Null auf „mein leises Marketing läuft“.
Leises Marketing braucht vor allem Mut, damit zu starten
Leises Marketing braucht vor allem den Mut, damit wirklich zu beginnen. Denn ja, am Anfang siehst du keine oder kaum Ergebnisse. Du bekommst wenig Reaktionen und kannst sogar den Eindruck gewinnen, dass alles, was du tust, für die Katz ist. Aber dem ist nicht so. Leises Marketing wirkt organischer und wächst langsam. Sobald das klare Fundament aber steht, wirkt es mehr und mehr nach außen und wird dich und dein Business bei mehr und mehr Menschen sichtbar machen. Menschen, die erkennen werden, dass du ihnen weiterhelfen kannst und die auf dich zukommen werden, ohne sie bedrängen oder dauerbeschallen zu müssen. Das ist es allemal wert die vielleicht zähere Anfangszeit auf dich zu nehmen. In diesem Sinne: Fang besser heute als morgen an und säe kleine Samen der Sichtbarkeit, damit dein Business schon bald nicht mehr zu übersehen sein wird – auch ohne Marktgeschrei.






