Oft fehlt es nicht mehr am Wissen, was du für deine Sichtbarkeit konkret umsetzen solltest, aber eben dieses Umsetzen fällt trotzdem so schwer. Warum du dich dafür nicht verurteilen solltest, welche spannende Erkenntnis die Forschung über das Prokrastinieren hatte und wie du trotzdem deine Ziele erreichst, mithilfe deines Marketings sichtbar zu werden, verrate ich in diesem Artikel.
„Eigentlich weiß ich, was zu tun ist!“ – aber dann tust du es nicht?
Kürzlich habe ich ein Webinar gehalten und darin eine sehr detaillierte Checkliste mit einzeln aufgelisteten Umsetzungsmaßnahmen an meine Teilnehmer*innen verschenkt. Eine Checkliste, auf der sie auf einen Blick sehen, was wann dran ist, wenn sie ihr Business über ihren Content sichtbar machen wollen. Step by step.
Die Begeisterung war groß, weil es in diesem Marketingdschungel gut tut, endlich eine klare Sicht und einen praxistauglichen Überblick zu bekommen. Ich bekam so viele begeisterte Rückmeldungen und Dankesworte, weil diese Klarheit sich sehr hilfreich und gut anfühlte. Endlich mal einen Überblick in diesem so riesengroßen und verwirrenden Feld. Und das freut mich so sehr, weil ich Marketing ja zugänglich machen möchte.
Leider weiß ich aber auch, dass nur ein Bruchteil der Leute das umsetzen wird, weil eine Übersicht hilfreich, aber oft nicht aktivierend genug ist. Trotz der klaren Liste wird es also bei den meisten nichts daran ändern, dass die Umsetzung zum großen Haken wird. Es ist einerseits logisch: Im ersten Moment bringt so eine Checkliste Erleichterung. Man kann Dinge besser einordnen, vielleicht auch die eigenen Ressourcen im Kopf einteilen und sich vorstellen, wie es wäre, das wirklich umzusetzen. Aber das ist eben „nur“ die Ebene der Vorstellung.
Es auch TUN, passiert ohne weitere Unterstützung nur in einem kleinen Teil der Fälle. Kein Grund dich zu verurteilen und dir vorzuwerfen, dass du es einfach nicht hinbekommst. Wir Menschen ticken schlichtweg so, dass wir Dinge prokrastinieren.
Prokrastination nicht aus Zeitmangel, sondern als Emotionsregulation
Wie gesagt: Dir nun vorzuwerfen, dass du das eigentlich schaffen solltest, bringt nicht viel außer schlechter Gefühle. Denn Umsetzung IST schwierig, vor allem in Themen, in denen wir uns nicht gut auskennen und wie zu Hause fühlen. 2016 haben die beiden Forschenden Fuschia Sirois und Timothy Pychyl Prokrastination spannenderweise als Mittel der Emotionsregulation eingeordnet. Wir schieben Dinge also nicht unbedingt auf, weil wir so viel zu tun oder ein Zeitproblem haben, sondern um unsere Emotionen zu regulieren. Konkret: Um das Gefühl der Enttäuschung oder Niederlage zu vermeiden, das wir bekommen könnten, wenn der Weg dann doch nicht so leicht gelingt. Wenn sich Unklarheiten auftun und wir länger brauchen. Den Weg zu kennen, aber „irgendwann später“ zu gehen, fühlt sich dann zunächst sicherer an.
Doch dieser Effekt ist kurzfristig, denn allzu lange hält das gute Gefühl des „Ich weiß ja, was zu tun ist“ nicht an, wenn das Tun immer weiter verzögert wird. Dann folgen früher oder später wieder negative Gefühle, weil eben immer noch aufgeschoben wird.
Also: Einen Plan haben ist super. Aber ohne Umsetzung ist der Plan nicht viel wert.
Umsetzungshilfe annehmen ist legitim und wichtig
Das Gute ist ja: Es gibt heute so viele Hilfen für die Umsetzung. Mach dir also keine Vorwürfe, dass du nicht umsetzt, sondern nimm sie an. Das ist genauso legitim wie Wissenserwerb, beides ist wichtig. Und auch absolut legitim, nur ist das in manchen Bereichen selbstverständlicher als in anderen. Wenn du es nicht schaffst deine Sportroutine regelmäßig umzusetzen, buchst du dir vielleicht einen Personal Trainer, einen Platz im Gym oder holst dir ein Abo für eine Fitness-App. Selbes Prinzip: Du weißt vielleicht schon, dass du Sport machen möchtest und wie genau, aber du tust es nicht.
Im Marketing denken viele, das müssten sie schon irgendwie alleine hinkriegen, aber dem ist nicht so. Umsetzungshilfe holen ist legitim und darf dir auch etwas wert sein, weil Wissen ohne Umsetzung nichts bringt. Vielleicht wärst du verwundert, wenn ich dir sagen würde, wie viele Menschen schon bei mir gebucht haben, obwohl sie schon einiges an Content-Marketingwissen haben, aber eben weil sie alleine zu wenig oder zu zögerlich umsetzen. In jedem Kurs, den ich selbst gebe oder den ich bei anderen besuche, höre ich das mindestens einmal. Und das ist okay, das ist normal.
Also: Bitte kein Selbst-Bashing, weil du nicht ins Tun kommst, sondern hol dir Umsetzungs-Support für dein regelmäßiges Marketing, oder für welches Thema du diese eben brauchst. Dann kommst du auch an und erreichst deine Ziele nach und nach.






