Bei Marketing ohne Marktgeschrei geht es um ein Gegengewicht zum lauten Marketing: Hier lernst du, wie du als Solo-Selbstständige*r mit deinem Content online sichtbar werden und Kund*innen gewinnen kannst, ohne noch lauter brüllen zu müssen. Wir sprechen darüber, wie du mit richtig guten Texten, die richtigen Menschen in deine Welt holst, effizientes Content Marketing betreibst, das dir hilft, statt dich zu stressen und über Mut zur Sichtbarkeit.
Weitere Infos zu mir und meinen Angeboten rund um Website-Texte, Blog und Content Marketing findest du auf meiner Website www.sonjamahr.de.
Wie kannst du als stille Selbstständige selbstsicher sichtbar werden? In dieser Folge spreche ich mit Christin Arndt, Coach für zurückhaltende Solo-Selbstständige, darüber, wie du deinen Weg in dieser lauten Businesswelt finden kannst, ohne deine ruhige Art verlieren oder ablehnen zu müssen.
Wir sprechen darüber:
Wie Christin selbst von der Frau, die sich immer als zu ruhig und zu schüchtern empfand zu einer Selbstständigen wurde, die ihr Business nun selbstsicher zeigt
Warum enge Erfolgs-Vorlagen zwar oft ein erster Schritt sind, aber dann doch so oft nicht langfristig funktionieren
Welche großen Stärken gerade leisere Selbstständige häufig an sich übersehen und welche Übung du nutzen kannst, um deine ganz individuellen Stärken zu finden
Hör sehr gerne rein und lass dich von Christins Geschichte inspirieren.
Mehr über sie und ihre Arbeit findest du auch auf ihrer Website https://christinarndt-coaching.com/.
Hör gerne auch in ihren Podcast „Intuitionsgeflüster“ rein. Dort teilt sie regelmäßig wertvolle Impulse und lädt auch Gäste ein, die ihre Geschichte erzählen. Eine gemeinsame Folge mit uns beiden findest du dort auch. 🙂
Mehr über mich und meine Arbeit findest du auf meiner Website: https://sonjamahr.de/
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Sonja Mahr:
Wie kannst du als stille Selbstständige selbstsicher sichtbar werden? In dieser Folge spreche ich mit Christin Arndt, Coach für zurückhaltende Solo-Selbstständige, darüber, wie du deinen Weg in dieser lauten Businesswelt finden kannst, ohne deine ruhige Art verlieren oder ablehnen zu müssen. Viel Spaß beim Hören!
Intro-Musik
Sonja Mahr:
Ja, und da ist sie auch schon. Ganz herzlich willkommen Christin Arndt. Christin, schön, dass du da bist.
Christin Arndt:
Danke schön, liebe Sonja. Es bedeutet mir ganz besonders viel, dass ich heute bei dir im Interview sein darf. Danke schön.
Sonja Mahr:
Ja, sehr gerne. Du hast ja ein so wunderbares Thema mitgebracht. Du sagst ja, du unterstützt vor allem zurückhaltende Solo-Selbstständige, die gehemmt sind, ihr Business zu zeigen. Was hat dich gerade zu dieser Gruppe geführt? Und vielleicht können wir auch so ein bisschen eintauchen in diese Herausforderungen, die diese Menschen insbesondere haben.
Christin Arndt:
Was hat mich zu dieser Gruppe geführt? Wie so oft ein persönlicher Bezug tatsächlich, weil ich auch am Anfang von meinem Business das Gefühl hatte: „Oh Gott, ich weiß gar nicht, wie soll ich denn überhaupt sagen, was ich anbiete? Ich bin selbst eine sehr zurückhaltende Person, habe das früher auch immer wieder gehört, zu Äußerungen wie: „Ja, du musst jetzt aber auch mal was sagen. Du bist schon wieder so ruhig. Und ja, das habe ich früher immer so gesehen, als irgendwie als eine Schwäche? Ich muss wohl irgendwie lauter sein. Und mit dieser Überzeugung von „Okay, wenn ich jetzt selbstständig bin – und man sieht das ja auch draußen ganz gut –, ich muss jetzt auch laut sein. Ich muss irgendwelche aggressiven Marketingbotschaften verwenden, irgendwas Populäres teilen, damit ich überhaupt Aufmerksamkeit bekomme. Und habe aber gemerkt: „Irgendwie bin ich das nicht." Und gerade bei ruhigen Menschen – da sind wir schon bei einem Hindernis –, die zweifeln oft an sich selbst. Ich habe gedacht: „Okay, wenn irgendwie alle das so machen und ich das aber nicht kann, dann bin ich ja nicht richtig." Und das ist so ein Punkt, wo dadurch, dass die ruhigen Menschen sehr gut daran sind, Dinge zu durchdenken, beziehen sie vieles auf sich selbst.
Und das ist so ein Hindernis tatsächlich, wo viele dann schon scheitern und sagen: „Oh, so gut bin ich gar nicht. Ich weiß vielleicht auch gar nicht, gerade als Businessstarter, wie fange ich da überhaupt an?" Und das ist ein Punkt, der viele tatsächlich abhält. Auch ein Punkt, kann ich auch eins zu eins unterschreiben: Perfektionismus. Du willst nicht wissen, wie oft ich mit meinem Marketing- oder mit meinem IT-Team damals an meiner ersten Website gearbeitet habe, bevor die veröffentlicht wurde. Also da wurden viele Korrekturschleifen gedreht und das ist tatsächlich so ein Punkt. Man ist super beschäftigt, aber man ist damit natürlich nicht sichtbar. Wenn es keine Website gibt, ist es schwierig, da gefunden zu werden. Also das ist auch ein Punkt, dieses „sich selbst zu hohe Anforderungen stellen, schon von Beginn an alles richtig, alles perfekt machen zu müssen. Ein weiteres Hindernis – das beobachte ich auch immer wieder bei meinen Kund: innen – ist dieses „Oh Gott, was ist denn, wenn jemand kritisiert, was ich mache?" Dieses Gefühl von „Da könnte vielleicht jemand negativ unter meinem Post kommentieren oder negativ unter einem Video einen Kommentar ablassen. Ich will das gar nicht.
Vielleicht kennen einige von uns, die Schulerfahrung sitzt ja doch immer sehr, sehr tief:
Ich finde immer wieder faszinierend, wenn man vielleicht diese Erfahrung in der Schulzeit schon mal gemacht hatte, wie es ist, vor der Klasse zu stehen und der Lehrer einen tadelt, weil man vielleicht die Matheaufgabe nicht richtig gelöst hat. Und das steckt so viel bei vielen tief drin, dass sie sagen: „Oh Gott, bevor irgendjemand da was Negatives schreiben könnte, dann bleibe ich lieber so in meinem stillen Kämmerlein oder teile vielleicht nur Wissen, was ich habe, weil das macht mich weniger angreifbar."
Sonja Mahr:
Absolut, ja. Ich kann so viele dieser Punkte auch unterschreiben, also sowohl aus persönlicher Erfahrung. Als du es gerade mit Schule genannt hast: Ich musste direkt am Anfang, als du es gesagt hast, daran denken, in einem meiner Zeugnisse in der Grundschule stand mal: „Mensch Sonja, melde dich doch öfter mal und lass das doch raus, was du alles weißt." Also diese Erfahrung als ruhiger Mensch schon von Anfang an. Finde ich ganz, ganz wertvoll, wie du das gerade geschildert hast. Und auch die Website, das erlebe ich ganz häufig, ist so ein Punkt. Man ist beschäftigt, wie du sagst, aber solange die nicht draußen ist, macht sie halt gar nichts für uns. Super, schade. Finde ich sehr schön, dass das mal so ein bisschen auseinanderzudröseln und zu zeigen: Ihr seid damit nicht allein, wenn ihr euch vielleicht gerade wiedererkennt.
Ja, ich habe auf deiner Website etwas gelesen, und zwar hast du da ganz persönlich über dich geschrieben: Du selbst warst immer die, die zu ruhig und zu schüchtern war. Und dass du für Networking-Events all deinen Mut zusammennehmen musstest. Und hast dann gesagt, ich habe mich überhaupt gar nicht getraut, am Anfang da irgendwas zu sagen. Vielleicht können wir so eine kleine Reise unternehmen zu der Christin von damals. Wie ging es dir denn als zurückhaltende Person mit eigenem Business?
Christin Arndt:
Also ich habe anfangs sehr viel gemacht, was mir empfohlen wurde. Und das ist ja so, wenn man startet. Ich kam auch ganz klassisch aus einem Angestelltenverhältnis, hatte auch keine Unternehmer in meiner Familie. Also es war wirklich so, ich muss jetzt erst mal bei Null starten und habe dann vieles ausprobiert, was mir empfohlen wurde, unter anderem Networking-Events. Und ich konnte schon tagelang vorher irgendwie nicht schlafen. Also bevor ich mich überhaupt angemeldet habe, habe ich da ewig lang drüber nachgegrübelt und dann irgendwann hatte ich den Punkt, wo ich gesagt habe: „Ich gehe jetzt mal hin, ich probiere das mal aus." Und wie gesagt, Nacht vorher schon dann gar nicht mehr wirklich geschlafen und die ganze Zeit irgendwie so aufgeregt, weil ich dachte: „Oh Gott, ich weiß nicht, wie verhalte ich mich da? Was soll ich da überhaupt über mich sagen?" Und dieses Gefühl, das habe ich am Anfang immer wieder gehabt: „Ja, so wichtig ist das ja gar nicht, was ich anbiete. Also das hat mich tatsächlich sehr lange begleitet und auch immer wieder dieses „Ja, andere, die sind ja schon weiter, die haben mehr Kunden, Kundinnen, mehr Erfahrungen. Wer bin ich denn schon, dass ich da irgendwas sage?"
Und es war wirklich so, dass ich, ich weiß nicht, diese klassische Einstiegsfrage, wenn man da jemanden kennenlernt: „Und was machst du so beruflich?" Inzwischen denke ich: „So stellen wir doch mal wirklich eine intelligente Frage und nicht so oberflächlich." Aber gut, damals war ich da noch so ein bisschen unbedarft und dann habe ich irgendwie so was gestottert von „Ich unterstütze irgendwie Frauen und so, aber ich mache das noch nicht so lange und habe das so gleich wieder im gleichen Atemzug relativiert, was ich mache. Und das war so eine Erfahrung, wo ich gemerkt habe, war für mich erst mal ziemlich anstrengend. Aber das Schöne ist ja, wir machen Erfahrungen und ich war dann noch auf ein paar Events. Das ist jetzt nicht das, wo ich täglich unterwegs bin, aber auf ein paar Events, wo ich gemerkt habe, auf gewisse Sachen kann ich mich ja vorbereiten. Und das ist etwas, was gerade ruhige Menschen, die Dinge gut durchdenken können, eben für sich am Anfang auch nutzen, sollten, sich auf gewisse Fragen vorzubereiten. So einfach ist das oder das hilft tatsächlich sehr gut. Ich bin auch mit der Zeit, man wird selbstsicherer, je mehr Erfahrungen man gemacht hat, souveräner.
Inzwischen stelle ich tatsächlich mal die Gegenfrage: Ist es wirklich das, was dich interessiert oder willst du nicht eigentlich was anderes von mir wissen? Also wenn man da mal irgendwann an dem Punkt ist, vielleicht mal den anderen mal so ein bisschen zu verwirren, das Verhaltensmuster der anderen zu stören. Genau, aber das war so ein Punkt, wo ich gedacht habe: „Puh, also irgendwie ist nicht so ganz mein Weg, auch wenn das für andere funktioniert inspirieren mag."
Sonja Mahr:
Ja, das ist sehr inspirierend. Ich glaube, man spürt und man hört auch richtig diese Entwicklung zum einen raus, aber auch dieses, du hast es so schön benannt, als „Ich bin gestartet mit dem, was man so machen muss." Man soll ja zu solchen Events gehen und es ist so schade, wenn aber eigentlich deine Stärke eher in diesem Vorbereiten liegt, eher in anderen Bereichen liegt, dann diese Strategie zu nutzen, weil wir denken, das wäre so der einzige Weg. Aber umso schöner, wie das dann weitergegangen ist und sehr kluge Gegenfrage, die du dann heute stellst. Du hast ja gesagt, das war ein Weg, der hat eigentlich nicht so richtig gepasst, aber du hast dich halt durchgerungen, war halt der Start, das macht man halt so. Nimm uns gerne mal ein bisschen mit. Was hast du denn so an Strategien, an Herangehensweisen ausprobiert, vielleicht auch um selbstsicherer zu werden in deinem Business und mit welchem Ergebnis bist du rausgekommen?
Christin Arndt:
Ja, also was ich ausprobiert habe, war tatsächlich, weil mir das auch am Anfang geraten wurde, ja, du musst Social Media machen und du musst live gehen auf Social Media. Eigentlich habe ich gespürt, es fühlt sich nicht so stimmig an, aber gut, ich mache das halt mal. Und habe dann eine Zeit lang tatsächlich auch relativ regelmäßig, bin ich live gegangen. Ich habe aber das so gemacht, dass ich mir immer jemanden eingeladen habe. Das war so mein Weg, das gemeinsam zu machen. Im Nachgang, muss ich sagen, war das ganz clever, weil dadurch liebe ich es inzwischen, in Podcasts, in Interviews frei von der Leber zu reden, ohne dass ich mich da groß vorbereiten muss. Also es war tatsächlich gut und ich mache deswegen aber trotzdem keine Instagram-Lives mehr, weil ich für mich den Kanal jetzt einfach gewechselt habe. Also das war tatsächlich eine Strategie, die ich ausprobiert habe. Ansonsten auch, was mir empfohlen wurde klassischerweise, zu sagen: „Du musst jetzt einen Workshop machen, und zwar nach dem und dem Leitfaden." Und ich dachte: „Okay, ich habe dafür sehr, sehr viel Geld bezahlt. Ich dachte: Muss ich das wenigstens mal machen." Und ich habe das so ausprobiert und gemerkt, das war fast skript-artig, wie uns das vorgegeben wurde, was wir was wir tun sollen.
Und ich habe das ausprobiert und gemerkt: „Boah, ist überhaupt nicht meins." Ich habe mich zwar durchgerungen, aber die Ergebnisse waren auch dementsprechend, weil ich gemerkt habe: „Hey, je mehr ich mich zu was zwinge, was gar nicht mir entspricht, das merkt das Gegenüber" – wenn auch nicht bewusst. Ich kann souverän auftreten, aber unterschwellig ist da irgendwas, wo man spürt: „Nein, irgendwie matcht das halt nicht." Und mit einem vorgefertigten Skript: Wie soll das auch matchen? Sondern ja, das ließ sich natürlich verkaufen für Leute, die das lernen wollen, aber hat nicht mehr entsprochen. Und das ist etwas, wo ich gemerkt habe: „Hey, warte mal, irgendwie, es gibt ja gar nicht so diesen einen Weg, wie man das machen muss, sondern ganz ehrlich, man muss es irgendwie herausfinden, man muss sich ausprobieren drin.
Irgendwann habe ich gemerkt: Es gibt gar nicht so diesen einen Weg, wie man das machen muss, sondern ganz ehrlich: Man muss es irgendwie herausfinden, man muss sich ausprobieren. (Christin Arndt)
Sonja Mahr:
Ja, sehr spannend. Also gerade diese Vorlagen, die ja wirklich ganz häufig verkauft werden, weil sie sich eben auch verkaufen – zumindest vermute ich, das ist ein ganz starker Grund, warum das so verkauft wird –, das ist immer sehr spannend, weil der Weg an sich, der kann funktionieren, aber wie du schon sagst, wenn der für MICH nicht funktioniert, dann ist er trotzdem zum Scheitern verurteilt. Vielleicht können wir da noch so ein bisschen drauf eingehen: Welche Rolle spielt für dich denn auch die Energie, in der wir sind, wenn wir uns sichtbar machen?
Christin Arndt:
Eine ganz, ganz entscheidende Rolle. Also das ist wirklich etwas, gerade als Solo-und Selbstständige, wir sind unser Business, wir verkörpern das, und zwar in jedem Moment, ob ich eine E-Mail beantworte, ob ich jetzt in einem Podcast-Interview bin oder ob ich mit einem Menschen beim Einkaufen oder auf einer Party gerade spreche über das, was mich bewegt und beschäftigt. Wir sind unser Business. Und das heißt jetzt nicht, dass wir jeden Tag gut drauf sind, weil das wäre toxische Positivität, davon halte ich nicht viel, sondern es ist schon entscheidend zu sagen: „Hey, ich bin das und dafür stehe ich auch. Das sind auch ein Stück weit meine Werte." Und ich habe ganz oft das Gefühl, dass Strategien, die vielleicht für den einen erfolgsversprechend sind, aber ganz oft auch damit einhergehen, zu sagen: „Ich verleugne mich und meine eigene Energie, weil vielleicht mag das funktionieren kurzfristig auf jeden Fall, aber wir sind ja nicht angetreten, irgendwie kurzfristig mal einen Erfolg zu haben, sondern wirklich auch, langfristig mit Menschen zusammenzuarbeiten.
Sonja Mahr:
Ja, absolut. Und wie schade ist das eigentlich, wenn wir uns selbst verleugnen, wie du es gerade genannt hast? Wir sind ja so unterschiedlich, weil es diese Unterschiedlichkeit wahrscheinlich braucht auf irgendeine Art und Weise. Danke, dass du das so offen teilst, wie es dir damit gegangen ist. Jetzt hast du ja gerade ein paar Dinge genannt, die du ausprobiert hast, für die du zum Teil auch viel Geld bezahlt hast, um sie zu lernen. Und es hat aber mal besser, mal schlechter, aber nicht so richtig als deines funktioniert. Du hast ja dann letztlich eine eigene Methode entwickelt, von der du dann sagst, die hat für mich als stillere Selbstständige einfach besser funktioniert. Was war da für dich so der Unterschied und was beinhaltet diese eigene Methode?
Christin Arndt:
Ich war wirklich an einem Punkt, wo ich gedacht habe: Boah, ich habe so viel ausprobiert, so viel verschiedenes auch. Das muss ich auch sagen, ganz ehrlich, da waren auch ein paar Sachen, die waren der eigenen Gier getrieben, weil ich dachte: Ich will auch mal hier fünfstellige Monatsumsätze in 90 Tagen generieren. Finde ich genial, die Vorstellung. Und ich war dann wirklich an dem Punkt, wo ich dachte: „Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Ich war wirklich am Boden zerstört. Und dann habe ich für mich noch mal geschaut. Ich habe ja Ausbildung, sowohl in der Persönlichkeitsentwicklung, im Coaching-Bereich, aber eben auch in der Business-Welt, im Business-Mentoring. Und da habe ich mal alle Punkte, die mich so beschäftigt haben oder was ich lernen durfte, habe ich mal so zusammengenommen. Und mir ist eben bewusst geworden, dass ich die tollste Strategie haben kann, wenn ich aber nicht in der Lage bin, die anzuwenden, weil ich innere Widerstände habe, weil ich irgendwie spüre, boah, das ist so gar nicht meins, oder wenn ich vielleicht auch Angst habe, das zu machen, dann wird mir die Strategie nichts bringen, weil ich dann nicht in der Lage sein werde, die Punkte umzusetzen.
Und auch eben, wenn ich vielleicht gar nicht so richtig weiß, wer bin ich denn? Weil die Selbstständigkeit ist die intensivste Persönlichkeitsentwicklung überhaupt. Und da geht es wirklich darum, wirklich in der Tiefe zu erkennen: „Hey, wer sind wir denn?" Und das ist ein Punkt, den ich mit meinen Kunden und Kundinnen mache, bevor wir überhaupt über irgendeine Strategie sprechen. Es ist so, dass ich sage: Wer bist du denn wirklich? Und wir schauen da mal hin. Und das ist teilweise schmerzhaft, da fließen Tränen, aber das ist gut. Wir dürfen diese alten Themen von früher, die wir oft als Kinder unterdrücken mussten, die dürfen wir erst mal wieder hochholen, weil die werden sonst immer gegen uns arbeiten. Und das ist, glaube ich, dieser entscheidende Punkt: Wenn ich für mich die innere Klarheit habe, wenn ich auch in mir selbst ruhe, dann strahle ich das nach außen aus und dann kann ich erst so ein Mensch werden, wo andere sagen: „Boah, das ist so toll. Mit der Person will ich mich mal unterhalten. Irgendwie hat die was."
Sonja Mahr:
Ja, also ist es gar nicht so sehr die Strategie, natürlich ist sie auch wichtig, sondern erst mal dieses bei sich Ankommen, wenn ich dich richtig verstehe.
Christin Arndt:
Absolut. Das ist sozusagen, da fangen wir an. Und ich bin auch kein Fan zu sagen von: Ja, das ist die Strategie, die du nutzen musst. Das mache ich überhaupt nicht. Tatsächlich kommen zu mir immer Frauen, die schon so eine Idee haben, aber die sich noch nicht trauen, diese Idee auch umzusetzen. Und da sind wir eben wieder bei diesen inneren Themen, die wir vorher erst mal so ein bisschen beiseite räumen dürfen, bevor wir wirklich in diese Strategie gehen. Und das ist halt so dieses Spannende. Eigentlich, wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, wissen wir es schon so ein bisschen, wo der Weg hingehen darf, trauen uns aber oft nicht. Und da unterstütze ich eben die Frauen und sage: „Wir gehen gemeinsam auf ein Stück diesen Weg, damit du halt gestärkter rausgehst und dich so zeigen kannst, wie du auch wirklich bist."
Sonja Mahr:
Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt, dieses „Wenn wir mal das Außen ausblenden können, was natürlich auch nicht so einfach ist, es prasselt ja viel auf uns ein, und wirklich rausfinden: „Hey, was habe ich denn eigentlich vor und was macht mich auch aus?" Du hast eingangs auch ein paar Dinge erwähnt, mit diesem Selbstzweifel, mit diesem „Ich gerade als ruhigere Person, das passt nicht so zu mir." Vielleicht können wir unsere gemeinsame Folge hier auch nutzen, den Stärken der Stillen ein bisschen mehr Bühne zu geben, ein bisschen mehr Raum zu geben, dass wir nicht so sehr darauf sind: „Ja, was sind wir denn alles nicht?, sondern: „Ja, was sind wir denn, wenn wir eher ruhigere, leise, introvertiert, wie wir es dann in den einzelnen Nuancen nennen wollen. Was sind denn so aus deiner Sicht große Stärken, die da vielleicht übersehen werden?
Christin Arndt:
Ja, also eine ganz, ganz große Stärke ist eben diese Tiefe, die Menschen mitbringen, im Vergleich zu der Lautstärke, weil es wirklich so ist, das habe ich immer wieder bei Menschen erlebt, die ruhiger sind, die brauchen einen Moment, Dinge zu durchdenken. Und das ist unglaublich wertvoll, weil sie dringen Dinge noch mal in einer ganz anderen Tiefe durch, als jemand, der irgendwie schnell was rausplärrt und dann in der Woche schon wieder vergessen hat, was er eigentlich gesagt hat. Sondern es ist wirklich so, dass man, wenn jemand was sagt der das durchdacht hat, das hat noch mal ein ganz anderes Gewicht, es hat ein ganz anderes Fundament und das spürt das Gegenüber, weil dann geht es nicht heute hü morgen hott, sondern wenn eine Kundin von mir, die vielleicht an einem Angebot arbeitet, da ganz viel Herzblut reinsteckt, das im Detail durchdenkt, die wird das Angebot auch noch in drei Monaten so anbieten, weil es eben ihrs ist und weil sie das in der Tiefe durchdacht hat. Und gerade in so einer schnelllebigen Zeit, wie wir heute leben, finde ich, ist Kontinuität und Konsistenz in dem, was man sagt, aber auch, wie man handelt, wie man sich verhält, ist ein unglaublicher Gewinn tatsächlich.
Sonja Mahr:
Absolut, ja.
Christin Arndt:
Und auch ein weiterer Punkt ist, dass ruhige Menschen oft ganz feine Antennen haben, ganz empathisch sind, sich ins hineinspüren können. Oftmals auch so habe ich immer wieder beobachtet: Die wissen sogar eher oder können das eher greifen, was jemanden beschäftigt, als die Person selbst. Oder die können das mal aussprechen, was die Person innerlich beschäftigt, wo sie selber noch keinen Zugang hatte. Und das ist gerade in dieser Welt von Technologisierung – und ja, wir nutzen jetzt alle KI, um Content zu kreieren. Das ist super wichtig, weil das kann die KI nicht. Die kann sich nicht in dich hineinspüren und die kann dir auch nicht helfen, noch tiefer in deine Themen hineinzugehen. Und das ist tatsächlich – und das wird, glaube ich, immer wichtiger – je mehr Technologie wir für viele andere Dinge im Alltag haben –, aber es ersetzt nicht die Gefühlsebene. Und wir sind nun mal Menschen, wir wollen Verbindungen eingehen. Und wenn ich spüre, Hey, da ist jemand, der hört mir zu – das ist ja heutzutage auch nicht so üblich, ja. Es ist ja oft so dieses „Ich sage was und der andere sagt: Aber ich sehe das so und so, oder ich könnte das ja nicht." Ich denke: „Ja, aber es geht jetzt gerade dich dich." Ich wollte einfach was von mir berichten. Vielleicht kennt es der eine oder die andere, die jetzt hier zuhören, dass man sagt, das ist unglaublich wichtig, jemand, der nicht sofort irgendwas darauf reagiert, sondern einfach mal den Raum öffnet und sagt: „Hey, sag mir doch, wie geht es denn dir wirklich? Was beschäftigt dich denn gerade? Das ist ein unglaublicher Gewinn.
Sonja Mahr:
Absolut, ja. Das sind solche Stärken. Ich glaube, leise Menschen sehen die oft als selbstverständlich, weil sie eben so sind. Natürlich, ja. Aber wenn wir die mal wirklich "auseinandernehmen" –ich meine das ganz liebevoll –wenn wir die wirklich mal beleuchten, was da für ein großer Wert dahinter steckt. Das ist wirklich schön, oder?
Christin Arndt:
Absolut, ja. Und du hast gerade gesagt, klar, so wie ich die Welt sehe, habe ich das Gefühl, irgendwie ist das ja für alle selbstverständlich. Ja, ist es halt nicht, weil wir doch irgendwo jeder unsere eigenen Filter aufhaben und die Welt unterschiedlich erleben. Und ich glaube, das darf man sich immer mehr zugestehen, insbesondere weil das so ein Gegengewicht ist zu dem, was so oft in dieser lauten Welt propagiert wird. Und klar, viele haben anfangs das Gefühl, wir hatten es auch schon dieses „Irgendwie bin ich nicht richtig, ich muss anders sein, weil ja alle irgendwie laut sind." Und nein, das muss es nicht, ganz ehrlich. Wenn man für sich erkennt: Hey, das sind Stärken, darauf kann ich mich berufen, das wird so anziehend für andere Menschen wirken, gerade eben für diejenigen, die zum Beispiel nicht diese Klarheit haben, die immer wieder 100 Ideen haben, aber das nie so wirklich ausdrücken können. Oder jemand, der jemanden braucht, der einfach mal zuhört. Das klingt so banal eigentlich schon fast, aber es ist tatsächlich nichts Selbstverständliches in unserer Welt.
Sonja Mahr:
Absolut, ja. Nun ist es ja so, wir haben einige dieser Stärken angesehen. Wir können aber ja trotzdem jetzt nicht sagen: „Hey, die Stärke hast du definitiv, weil du ein eher ruhigere Mensch bist. Natürlich ist das ein Spektrum. Aber ich glaube, wir lehnen uns nicht zu weit aus dem Fenster, wenn wir sagen: „Die Businesswelt braucht euch leise Unternehmerinnen, genau weil ihr so seid. Und bitte verstellt euch genau deshalb nicht." Wenn jetzt aber jemand sagt: „Hey, da möchte ich gerne so ein bisschen tiefer gehen. Ich will das für mich individuell herausfinden. Welche Fragen kann man sich vielleicht stellen? Was kann man vielleicht gezielt anschauen, um die individuellen leisen Stärken herauszufinden?
Christin Arndt:
Ja, also ganz wichtig ist da zu schauen: „Hey, was sind denn oder wo sind Punkte, wo andere Menschen auf mich zukommen, wo sie Unterstützung brauchen? Also das, finde ich, ist ein super Indikator dafür, dass man da noch mal tiefer in seine eigenen Stärken hineinspüren kann, weil die Leute vielleicht gerade deswegen zu dir kommen, weil du immer super detailliert arbeitest, weil sie wissen, dass du eine hohe Qualität an dem ablieferst, was du anbietest, oder weil sie dich vielleicht gern um Rat fragen, weil sie wissen, du kannst das noch mal viel besser auf den Punkt bringen, als sie selber, weil sie manchmal in ihrem Gedankenstrudel gefangen sind, sozusagen. Also das wäre auf jeden Fall ein wichtiger Ansatzpunkt, auch noch mal Menschen im eigenen Umfeld zu befragen, sei es jetzt vielleicht aus der Familie, aber vielleicht auch im Business-Kontext, dann mal zu fragen: „Hey, was schätzt denn Du an mir? Weil wir haben immer so diese Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung, wenn man dann irgendwie merkt, was der andere an einem sieht, was für uns schon selbstverständlich ist oder wo man sagt: Ja, das ist ja nichts Besonderes, und der andere sagt: Doch, ich kann das zum Beispiel nicht.
Mir fällt es zum Beispiel schwer, Ordnung in meine Buchhaltung zu bringen, jetzt als Beispiel. Und eine ruhigere Person sagt: „Ja, aber das ist ja ganz easy, entspannt. Also ich weiß gar nicht, wo du dein Problem siehst." Und genau das sind die Punkte, wo man sagt: „Hey, okay, das ist wirklich eine Stärke, da darf man hinschauen. Ich finde es auch noch mal schön, zu gucken, wie war man denn als Kind? Das ist auch noch mal sehr, sehr wertvoll. Also da darf man auch gern mal so Kinderfotos rausholen, sich da einfach noch mal daran zu erinnern, weil wir waren ja alle mal irgendwie anders, gerade in der Kindheit. Wir waren reine Seelen, die auf diese Welt gekommen sind und wir wurden mehr oder minder in verschiedene Richtungen erzogen, hin-und hergezogen sozusagen und haben alle unsere Erfahrungen gemacht. Aber was für eine Energie hatten in unserer Kindheit? Also sich da auch noch mal damit zu verbinden und zu schauen: „Hey, wie kann ich denn das jetzt für mich nutzen?"
Um die eigenen leisen Stärken herauszufinden, kann man schauen: Was ist der Ansatzpunkt, an dem Leute zu mir kommen? Wo suchen sie meinen Rat? Wo wollen sie meine Unterstützung? Oder auch: Wie war ich als Kind, welche Energie hatte ich damals? (Christin Arndt)
Sonja Mahr:
Ja, richtig schön. Also so ein bisschen auf eine Entdeckungsreise zu gehen. Ich habe diese Übung mit dem „Frag mal andere" auch mal gemacht. Also ich habe die schon mehrere Male gemacht, aber auch mal unter Kund: innen und ich finde das superspannend, was da so zurückkommt. Ganz viele Dinge überschneiden sich nämlich in etwas anderen Worten, aber das ist so schön zu sehen und auch wachrüttelnd zu sehen, was andere dann an einem schätzen. Und es gibt, glaube ich, auch so ein ganzes Stück Selbstvertrauen, wenn man das eben tut.
Wir sprechen ja heute auch darüber, wie kann man denn selbstsicherer sichtbar werden, wenn nicht nur ich sage, ich glaube, ich kann ganz gut Dinge auf den Punkt bringen, sondern dir zehn Leute sagen: „Boah, ich liebe das, dass du Dinge so auf den Punkt bringen kannst," dann schwingt das noch mal irgendwie anders rüber. Vielleicht können wir auf dieses Selbstvertrauen noch so ein bisschen eingehen. Wir haben jetzt darüber gesprochen, wir können schauen, was macht uns aus? Wir können andere fragen, wir können schauen, wie war ich denn damals noch unbeeinflusst als Kind? Was hat mich da ausgemacht? Wie ist es mit dem Selbstbewusstsein im Business? Was können wir da vielleicht noch tun, um das zu stärken?
Christin Arndt:
Ja, also das ist erst mal dieser Punkt, diese innere Reflexion auch wahrzunehmen: Wer bin ich? Was macht mich aus? Das ist schon mal ein Punkt, der super wichtig ist, aber der reicht halt noch nicht aus, weil nur weil ich etwas weiß, bin ich noch nicht dabei, dass ich mich auch danach verhalte. Wir wissen viele Dinge, was wir tun oder vielleicht lieber lassen sollten und machen das aber nicht, weil wir halt nun mal Gewohnheitstiere sind. Und da ist es super wichtig für sich, ja, neue Handlungen, neue Arten und Weisen zu denken, zu entscheiden, dass wir das auch trainieren dürfen im Alltag, ja? Also das ist ganz wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen: „Hey, okay. Früher hätte ich jetzt vielleicht zu der Anfrage, die kam, hätte ich jetzt vielleicht Nein gesagt, weil ich unsicher bin, ob ich zum Beispiel in einem Podcast sprechen kann. Aber jetzt sage ich einfach mal ja und ich probiere das mal aus und mache dadurch eine neue Erfahrung", weil wir lernen tatsächlich durch Erfahrungen. Und diese Erfahrungen stärken wieder unsere Selbstsicherheit, wenn man plötzlich spürt: „Hey, ich kann das ja richtig gut. Ich hätte nie gedacht, dass mir das liegt, aber irgendwie."
Und das ist oftmals auch ein Indikator, gerade bei Sachen, wo man sagt: „Nein, da traue ich mich nicht, das kann ich nicht." Oftmals sind das gerade die Dinge, die man besonders gut kann, so aus Erfahrungen und Beobachtungen heraus. Das ist auf jeden Fall ein ganz wertvoller Punkt. Dann auch, sich ein eigenes Tempo einzugestehen. Gerade in dieser Welt, wo du ganz schnell sein und alles am besten sofort umsetzen musst. Gerade am Anfang, was ja auch immer gern zu Überforderungen führt: Du musst täglich Social Media nutzen, dann sollst du Podcast, Blog und noch YouTube starten und dann nebenbei auch noch irgendwie Kunden beraten oder unterstützen. Dass man da auch sagt: „Hey, ich darf das in meinem eigenen Tempo machen." Das ist auch ganz wichtig. Also dieses „Niemand muss ins kalte Wasser springen, wenn man nicht die Person dafür ist. Also wenn jemand sagt: Ich brauche das aber so, völlig fein, aber man darf sich auch, wie jetzt zum Beispiel, wenn man ins kalte Meer geht, da darf man ja auch schrittweise reingehen und muss nicht sofort reinrennen. Also ich bin da auch kein Fan von. Deshalb, da darf man sich auch einen eigenen Weg erlauben. Das finde ich ganz, ganz wichtig.
Sonja Mahr:
Ich finde, wenn man dir so zuhört, das hat so was Spielerisches, einfach dieses, man darf sich rantasten. Auch das Bild vom Meer ist schön. Jeder kann sich das wahrscheinlich vorstellen, ob Meer oder Pool oder was auch immer. Das ist erst mal kalt. Und im Business ist ganz oft so dieses Ding vorherrschend, ja, entweder ganz oder gar nicht. Aber nein, muss vielleicht gar nicht. Du zeigst es so schön, man kann auch reingehen, rausgehen und zwei Stunden später noch mal kommen. Vielleicht ist es dann ja wärmer, vielleicht ist es dann für einen selber passender. Das finde ich ganz, ganz wertvoll. Ich finde auch gerade für ruhigere Menschen das sehr ermutigend. Denn wenn man merkt, ich traue mich da noch nicht ran. Ach, an wie viele Dinge habe ich mich schon nicht ran getraut und dann waren sie wirklich gut am Ende. Oder auch nicht. Dann war es aber trotzdem die Erfahrung wert. Aber dass man eben nicht sagt, nur weil ich jetzt noch nicht in der Lage oder noch nicht bereit bin, das zu machen, heißt das nicht, dass ich das niemals machen werde. Das ist ganz wertvoll, dass du das teilst. Vielen Dank.
Christin Arndt:
Ja, auch eben nicht dieses kategorische Ablehnen, weil oftmals steckt da ja was dahinter. In vielen Fällen, wenn man jetzt sagt, ich traue mich nicht, jetzt ein Video aufzunehmen, zum Beispiel, da liegt oft die Angst dahinter: „Hey, was würden denn andere sagen?" Das ist ganz, ganz häufig so, wenn man dann mal in die Tiefe schaut. Also oberflächlich ist da natürlich erst mal so dieses „Nein, will ich nicht und es funktioniert sowieso nicht für mich" von vornherein, sondern da auch zu sagen: Okay, was liegt denn da aber drunter? Und das finde ich immer noch mal ganz wichtig, da auch in der Tiefe zu schauen: Wie kann ich denn da rangehen? Und auch, das ist ja dieses Schöne in der Selbstständigkeit: Natürlich gibt es gewisse Rahmenbedingungen, auch rechtliche Bedingungen, die wir einhalten müssen, aber wir haben so viele Möglichkeiten zu gestalten und Dinge für uns passend zu nutzen. Und das wird, glaube ich, da draußen zu wenig irgendwie mitgeteilt. Es gibt immer nur dieses Baukastenprinzip „Genau so musst du das machen. Das ist der Rahmen und nichts links oder rechts davon." Und das passt ja aber für die wenigsten. Es klingt immer super. Ich hätte auch gern so dieses fertige Konzept, was direkt passt, aber so funktioniert leider das Leben nicht, sondern wir dürfen da wirklich uns unserer eigenen Energie bewusst sein und auch diesen Mut haben und uns das auch rausnehmen zu sagen: „Ich will das aber so nicht machen. Ich kann da vielleicht davon mich inspirieren lassen, aber ich kann das anpassen." Also das finde ich immer super wichtig, auch immer wieder für sich selbst und seine Bedürfnisse auch einzustehen.
Sonja Mahr:
Ja, absolut. Das ist so wichtig und das ist vielleicht auch herausfordernd, weil es eben nur den eigenen Weg gibt und nicht den einen, den wir zu 100% kopieren können. Was gibt es da alles für Dinge, die erzählt werden? Auch das Märchen von der so bösen Komfortzone. Ja, aber sie gibt uns halt auch mal Sicherheit und auch mal Ruhe zum Durchatmen. Warum müssen wir denn täglich aus ihr rausspringen? Ist doch okay, wenn wir uns Schritt für Schritt dann mal ranwagen, mal gucken, gucke ich mal hier raus und dann gehe ich auch mal wieder zurück, weil sich das sicherer anfühlt. Wir spielen, du hast es schon mal erwähnt, auf lange Sicht und nicht, um einmal kurz zu winken und dann wieder weg zu sein.
Christin Arndt:
Definitiv. Und ich glaube auch gerade für ruhige Menschen, die oft mehr Rückzug brauchen als andere, ist das so wichtig, sich diesen Rückzug auch zu nehmen. Weil ganz ehrlich, wir brauchen niemanden, der uns ausbeutet. Das können wir selbst super gut. Und vor allem, wenn man dann noch perfektionistisch veranlagt ist, dann kann man sich den ganzen Tag beschäftigt halten. Aber wie wichtig auch diese Momente sind, wo ich in zur Ruhe komme, mich mit mir zu verbinden und wieder auch neue Impulse zu spüren, die jetzt wichtig sind. Das ist so essentiell im Business, aber gefühlt hat man ja diesen Standardsatz: „Ja, du bist ja selbst und ständig. Du musst ja immer performen funktionieren." Und ich sage dann immer: „Ja, ich habe selbst und ständig die Möglichkeit zu entscheiden, was ich jetzt gerade mache. Was ist das für ein Luxus bitteschön?"
Sonja Mahr:
Schöne Antwort. Ja, ich glaube, die kann sich der eine oder der andere auch für sich mitnehmen. Ich finde auch, wir dürfen da unsere eigenen Regeln finden und auch den Mut dazu, ihnen zu folgen. Das ist nicht so einfach, aber es lohnt sich halt sehr, das anzugehen. Wenn jetzt jemand sagt: „Mensch, das mich hat mich total inspiriert. Ich will gerne mal bei mir in die Tiefe schauen. Ich will mal gucken, wie kann das funktionieren? Wie kann ich mit Christin arbeiten an meinem eigenen Weg? Wie finden wir dich online und wie kann man mit dir zusammenarbeiten?
Christin Arndt:
Ja, also sehr gern direkt über meine Website: christinarndt-coaching.com. Da darf man erst mal schauen, noch mal ein bisschen, was ist da überhaupt? Was macht Christin? Darf sich da auch gerne inspirieren lassen. Ansonsten habe ich auch einen Podcast, wo ich schon immer sehr viele Punkte auch teile, weil das ist mir auch besonders wichtig schon mal auch vorab viele Dinge vielleicht auch ein Stück weit aufzuklären, würde ich schon fast sagen, dass viele Mythen, die da draußen über das Business erzählt werden, nicht unbedingt für ruhige Menschen funktionieren, sondern dass es andere Wege gibt. Und da habe ich auch immer wundervolle Frauen im Interview, die da auch ihre persönlichen Wege teilen. Und genau darum geht es. Also da einfach mal schauen. Und wenn man das Gefühl hat: „Hey, okay, jetzt passt es gerade, dann ganz einfach ein unverbindliches Gespräch buchen." Das kostet dich nichts, aber wir schauen da schon mal in die Tiefe hinein, was da noch verborgen liegt, warum du eben jetzt noch nicht da bist, wo du schon gern eigentlich wärst.
Sonja Mahr:
Schön. Ja, den Podcast kann ich auch empfehlen. Wir haben ja auch schon miteinander gesprochen in einer ganz schönen Folge, wie ich finde. Und toll, dass du da Einblicke gibst. Ich packe natürlich alles in die Show Notes, dass ihr direkt draufklicken und zu Christin weiterkommen könnt, wenn ihr das gerne möchtet. Ja, Christin, gibt es noch irgendwas, was aus deiner Sicht offen ist, was du unseren Zuhörer:innen noch mitgeben möchtest, was ich vielleicht vergessen habe zu fragen?
Christin Arndt:
Ich glaube, eher so noch mal zusammenfassend ganz gern noch mal auf diese Stärken einzugehen, für sich zu merken: „Hey, es ist eine Stärke, auch wenn die Welt im Außen irgendwie vermeintlich anders funktioniert, den Fokus eher auf das richtet: Wer am lautesten schreit, der hat Erfolg. Vielleicht kurzfristig, das kann sein, aber wer wirklich langfristig auch tiefgreifende Verbindungen aufbauen möchte mit seinen Kunden, Kundinnen, der darf eben auch zuerst bei sich beginnen und eben noch mal schauen: „Hey, wer bin ich? Was kann ich wirklich geben?" Denn gerade als Solo-Selbstständige, wir sind eins zu eins unser Business und genau, unser Business darf uns auch komplett widerspiegeln.
Sonja Mahr
Richtig schön. Ich glaube, da war so viel dabei. Ich hoffe für euch alle auch, viel Inspiration, vielleicht irgendetwas, was Mut gemacht hat, da so mal ein bisschen hinzuschauen: „Ja, was macht mich aus? Wie ist denn mein Weg?" Lasst euch nicht entmutigen. Das wäre total schade drum.
Ich danke dir herzlich, dass du zu Gast warst, Christin. Ich danke dir für alles, was du geteilt hast, was du uns Wertvolles mitgegeben hast und wünsche dir alles, alles Gute.
Christin Arndt:
Danke dir, liebe Sonja, von Herzen.






