Können leise Unternehmer*innen überhaupt sichtbar werden, oder muss man möglichst laut sein, wenn man gesehen werden will? Muss Marketing generell zwingend laut sein, oder kann es auch ruhiger ablaufen? Die kurze Antwort: Es kann. Wie Sichtbarkeit auf leise Weise funktioniert und das nicht nur für Introvertierte, liest du hier.
Inhalt:
- 1 Kurzes FAQ: Leises Marketing und Sichtbarkeit auf leise Weise
- 1.1 Brauche ich als Solo-Selbstständiger zwingend Marketing?
- 1.2 Gibt es überhaupt ein leises Marketing?
- 1.3 Kann ich authentisch sichtbar werden, wenn ich ein eher leiser Mensch bin?
- 1.4 Funktioniert Marketing auch ohne Manipulation?
- 1.5 Wie kann ich online etwas verkaufen, ohne verkäuferisch zu sein?
- 1.6 Wie lange dauert leises Marketing?
- 2
- 3 Introvertierte Selbstständige = unsichtbare Selbstständige?
- 4 Leises Marketing vs. lautes Marketing: Warum so viele lautes Marketing ablehnen
- 5 Was ist Sichtbarkeit auf leise Weise?
- 6 Als introvertierter Mensch sichtbar werden
- 7 5 Missverständnisse zu leisem Marketing, die dafür sorgen, dass es nicht klappt
- 8 Leises Marketing vs. lautes Marketing: Was ist der Unterschied?
- 9 3 Grundprinzipien des leisen Marketings: Was bedeutet leises Marketing konkret?
- 9.1 Prinzip 1 des leisen Marketings: Klarheit, statt Lautstärke
- 9.2 Prinzip 2 des leisen Marketings: Anziehung, statt nachrennen
- 9.3 Prinzip 3 des leisen Marketings: Vertrauensaufbau, statt Druck
- 9.4 Leise sichtbar durch Empfehlungen
- 9.5 Leise sichtbar durch die Website
- 9.6 Leise sichtbar durch Content Marketing
- 9.7 Leise sichtbar durch Social Media
- 9.8 Leise sichtbar durch Klarheit
- 9.9 Leise sichtbar durch die Positionierung
- 10 Leise sichtbar ohne schlechtes Gewissen
Kurzes FAQ: Leises Marketing und Sichtbarkeit auf leise Weise
Brauche ich als Solo-Selbstständiger zwingend Marketing?
Ich empfehle es dir sehr und das aus mindestens 21 guten Gründen, die für ein eigenes Marketing sprechen. Im Ernst: Ohne Marketing ist es reines Hoffen, dass potenzielle Kund*innen auf dich aufmerksam werden. Wie schade wäre das, wenn die Menschen, denen du gut weiterhelfen kannst, einfach nicht von dir erfahren?! Das gilt übrigens für hauptberuflich Selbstständige genauso wie für ein nebenberufliches Business. Marketing braucht keine Konzerngröße, um Sinn zu machen.
Gibt es überhaupt ein leises Marketing?
Marketing bedeutet nicht, sich zu verstecken und übers eigene Business zu schweigen. Aber Marketing muss nicht laut sein, sondern kann ruhig und wertschätzend ablaufen. Viele sagen dazu dann „leises Marketing“, weil es einfach weniger drängend und belastend ist.
Kann ich authentisch sichtbar werden, wenn ich ein eher leiser Mensch bin?
Absolut! Authentisch sichtbar werden bedeutet, dass deine Sichtbarkeit zu dir passt und das ist auch als leiser, introvertierter Selbstständiger sehr gut möglich. Denn das Wichtigste ist nicht, wie laut du bist, sondern wie relevant für deine Kund*innen. Wie du eine Sichtbarkeit auch auf leise Weise aufbauen kannst, erkläre ich auf Basis der vier Säulen meines CALM-Marketing-Prinzips hier noch ausführlicher. Darin gehe ich auch auf die verschiedenen Content-Phasen, die du für dein leises Marketing nutzen kannst, ein.
Funktioniert Marketing auch ohne Manipulation?
Ja! Manipulation ist leider ein sehr geläufiges, weil auch funktionierendes Mittel, aber du musst niemanden negativ beeinflussen, um Kund*innen zu gewinnen. Wichtig: Nicht alles, was eine Marketingmaßnahme ist, ist gleich manipulativ. Über dein Angebot sprechen und den Wert deiner Arbeit herausstellen, gehört dazu und ist völlig in Ordnung. Aber es gibt manipulatives Marketing, das mich persönlich auch extrem nervt und so nicht notwendig ist.
Wie kann ich online etwas verkaufen, ohne verkäuferisch zu sein?
Das Gefühl zu verkäuferisch zu sein ist für viele Selbstständige der Inbegriff eines drängenden, lauten Marketings. Sie möchten natürlich Kund*innen gewinnen, aber nicht auf unangenehme Weise. Und ja: Verkaufen ohne verkäuferisch zu sein ist möglich, zum Beispiel über inhaltliche Relevanz in deinem Content. Mehr dazu später im Artikel.
Wie lange dauert leises Marketing?
Viele Selbstständige haben zu Marketing eher eine Abneigung als eine Hinwendung und deshalb besteht der Wunsch, dass wenn Marketing schon sein muss, es doch bitte schnellstmöglich abgehakt werden soll. Das scheint bei lautem Marketing einfacher zu sein als bei leisem. Und ja, auf den ersten Blick generiert lautes Marketing oft mehr Aufmerksamkeit, wobei damit einige Abstriche einhergehen. Zum einen die steigende Reizüberflutung und die Tatsache, dass immer mehr Menschen Lärm auch ausblenden, weil sie genervt davon sind. Zum anderen baut leises Marketing eher auf eine nachhaltige Kundenbeziehung, also dass Menschen nicht einmal schnell aus Notwehr 😉 bei dir kaufen, sondern zufrieden sind und bei Bedarf wiederkommen. Man kann also schon sagen: Leises Marketing dauert etwas länger, zahlt sich dafür aber umso stärker aus. So ist es mit Content Marketing generell: Es dauert etwas, bis Content Marketing anläuft, aber dann bringt es umso mehr.
Introvertierte Selbstständige = unsichtbare Selbstständige?
In meiner Community kam kürzlich ein Austausch zustande, bei dem es um verschiedene Möglichkeiten der Sichtbarkeit für Selbstständige ging. Und während dieses Austauschs wurde mir bewusst, dass ich die von mir immer wieder erwähnte Sichtbarkeit auf leise Weise nochmal genauer erklären möchte. Denn, was bedeutet das eigentlich? Kann man überhaupt leise sichtbar werden? Oder braucht es die große Bühne, eine Wagenladung Überwindung und möglichst viel Rampenlicht?
Bedeutet:
- introvertiert= unsichtbar und
- extravertiert= sichtbar?
Weil introvertierte Menschen ein anderes Energiemanagement haben als extravertierte, reißen sie sich meist nicht darum, auf Bühnen zu stehen und möglichst viele Vorträge vor möglichst vielen Menschen zu halten. Sie drängen sich nicht ins Rampenlicht und nicht ins Sichtbare, weil es sie deutlich mehr Energie kostet als extravertierte Menschen. Denn Introvertierte laden ihre Akkus auf, wenn sie alleine sind und verlieren Energie, wenn sie mit vielen Menschen interagieren. Wer täglich Speaker ist, ist alles, aber nicht oft alleine. Doch heißt das zugleich, dass introvertierte Menschen schlichtweg damit leben müssen, dann eben nicht sichtbar zu sein?
Leises Marketing vs. lautes Marketing: Warum so viele lautes Marketing ablehnen
An dieser Stelle möchte ich das Thema etwas weiten, denn nicht nur introvertierte Selbstständige wünschen sich eine Alternative zum lauten Marketing. Grundsätzlich gibt es natürlich keine trennscharfe Einteilung in „Das ist lautes Marketing“ und „Das ist leises Marketing“. Aber was durchaus sehr vertreten ist, ist die Abkehr von bestimmten Vorgehensweisen, die im klassischen Marketing sehr präsent sind und die meist als eher „laut“ verstanden werden:
- Aufdringliche Kaltakquise
- Omnipräsenz und Dauerbeschallung
- Das Blaue vom Himmel versprechen
- So lange dranbleiben und nachhaken, bis jemand kauft
- Künstliche Verknappung und Panikmache
Diese und viele weitere Methoden sind gängige Marketingpraxis, die nachweislich zu mehr Kaufabschlüssen führen können. Gleichzeitig werden sie von vielen Selbstständigen, mit denen ich arbeite, abgelehnt, weil sie völlig gegen ihre eigenen Werte gehen. Solche Methoden anzuwenden fühlt sich für diese einfach nicht richtig an und hinterlässt mindestens ein Unbehagen. Du kannst das mal für dich gegenchecken: Wie fühlst du dich, wenn du immer besonders große Versprechen machen musst und garantierten Erfolg versprechen musst, obwohl dieser Erfolg ja letztlich von mehreren Faktoren abhängt, z.B. von der Umsetzungskraft der Kund*innen? Wie geht es dir, wenn du täglich Leute ansprechen sollst, um sie in ein Verkaufsgespräch zu bekommen? Für viele ist das einfach nichts, sie lehnen diese sehr nach außen gewandte, sehr laute Art von Marketing ab.
So weit, so verständlich.
Was ist Sichtbarkeit auf leise Weise?
Viele leise Menschen wünschen sich einen Weg zu mehr Sichtbarkeit für ihr Unternehmen, der zu ihnen passt und eben nicht so laut und aufdringlich ist. Sie finden zwar ganz ganz viele Strategien, von täglichen Live-Videos über fleißiges Networking bis hin zu den allseits bekannten (und von vielen verhassten) Direkt-Sprachnachrichten auf Facebook oder Instagram. Aber all diese Wege passen eben nicht zu ihnen. Sie wünschen sich:
- Sichtbarkeit, ohne auf allen Kanälen omnipräsent zu sein.
- Sichtbarkeit, ohne wöchentlich Netzwerk-Events zu besuchen.
- Sichtbarkeit, ohne sich zu Marketingmaßnahmen, die sie nicht mögen, zu zwingen.
- Sichtbarkeit, ohne drängend für sich selbst zu werben.
- Sichtbarkeit, ohne Rampenlicht und Bühnenpflicht.
Stattdessen möchten sie eine Sichtbarkeit, die sich für sie gut und richtig anfühlt. Genau das möchte ich unter dem Begriff „Sichtbarkeit auf leise Weise“ bzw. „Sichtbarkeit ohne Marktgeschrei“ sammeln. Und gerne mehr introvertierte, sensible und leise Selbstständige und Unternehmer*innen dazu ermutigen, diese Art der Sichtbarkeit auszuprobieren und sich zu nichts zu zwingen, was nicht ihnen entspricht und sich einfach erzwungen anfühlt. Denn das eigene Unternehmen auf authentische Art und Weise und ohne fieses Bauchgrummeln aufzubauen, ist so viel angenehmer.
Raus, raus, raus aus der Komfortzone!
Trotzdem geben viele Business-Coaches, Trainer*innen und Mentor*innen vor allem einen Tipp: Komm raus aus deiner Komfortzone! Zeig dich! Ist es aber noch Motivation oder schon Überforderung, wenn leise Menschen permanent ins Rampenlicht reingecoacht werden? Wenn der Tipp zur Dauerbeschallung auf allen Kanälen uns überall entgegenschlägt, kann es für sensible Menschen zu viel sein. Die Folge sind Unsicherheit, ob man nicht doch mal dies und jenes tun sollte oder ob man denn so wirklich ernsthaft weiterkommen wird. Meiner Meinung nach, braucht jede*r Selbstständige immer wieder Mut und auch Überwindung, um zu wachsen und zu lernen. Und ja, die Magie passiert meist außerhalb der Komfortzone, wenn wir neue Dinge ausprobieren und uns durchs Tun stetig verbessern. Aber (!) das Verlassen der Komfortzone ist für mich nicht identisch mit dem Betreten einer Bühne und es muss auch nicht im Akkord geschehen. Auch wenn der gesellschaftlich verbreitete Stereotyp eines erfolgreichen Menschen eher Typ Speaker*in als Typ Schreiber*in und eher Typ Rampensau als Typ Gerne-im-Hintergrund ist, wird es nicht wahrer, dass Erfolg möglichst viel Lautstärke braucht. Ich denke, dass wir eine neue Perspektive brauchen, nämlich eine, die Erfolg nicht mit der Anzahl an Bühnenminuten gleichsetzt. Sichtbarkeit hat nichts mit der Lautstärke des Marketings zu tun, sondern mit der Qualität der Inhalte. Es kommt auf die Stärke deiner Message an und nicht auf die LAUTstärke. Denn lauter Bullshit wird eben sowenig geteilt und weiterempfohlen wie leiser Murks. 😉 Hilfreiche und wertvolle Informationen hingehen kommen an – egal, auf welchem Weg sie verbreitet werden.
Also: Nein, du musst nicht auf die nächste Bühne springen, du kannst sichtbar werden, ohne ständig zu netzwerken und auch mit wenig zeitlichen Ressourcen Marketing machen und deine Wunschkund*innen erreichen. Lass dir nicht erzählen, dass es nur einen, nur den lauten Weg gibt. Das stimmt so einfach nicht.

Als introvertierter Mensch sichtbar werden
Sichtbarkeit auf leise Weise bedeutet also, einen Weg zu finden, als Expert*in und Person sichtbar zu werden, ohne sein eigenes Bedürfnis nach Ruhe und Alleinsein permanent übergehen zu müssen. Sie meint, als leiser Mensch einen achtsamen Umgang mit sich selbst und den eigenen Bedürfnissen zu finden und dennoch an relevanter (!) Reichweite zu gewinnen. Relevante Reichweite deshalb, weil wir nicht jeden auf diesem Erdball erreichen müssen, sondern ausschließlich die richtigen Menschen – die Zielgruppe, den Wunschkunden, die Buyer Persona, whatever. Das ist auch auf leise Art und Weise möglich, geht angesichts der vielen extravertierten und oftmals pushenden Beispiele aber leider manchmal unter; denn manchmal scheint es so, als wäre Marketing zwangsläufig laut, pushend und nervend. Es ist aber so: Je lauter du brüllst, umso mehr Menschen hören dich. Manche werden mögen, was du sagst und manche extrem genervt sein. Das Ergebnis: Du gewinnst einige Kund*innen. Wenn du aber nicht brüllen und dauerbeschallen möchtest, erreichst du diese Kund*innen trotzdem. Nämlich indem du ihnen etwas anbietest, was für sie von Wert ist. Etwas, bei dem sie gerne genauer hinhören, weil sie sich gesehen fühlen. Ein gutes Angebot, das bei der Lösung eines echten Problems hilft, braucht keine große Show, sondern strahlt rein über den Wert für die potenziellen Kund*innen.
5 Missverständnisse zu leisem Marketing, die dafür sorgen, dass es nicht klappt
Wenn du Marketing als laut und unangenehm empfindest, ist es legitim, eine Alternative zu suchen. Gewissermaßen ein leises Marketing, das nicht so auf den Putz haut, aber trotzdem Leute zu dir führt. Diese Alternative gibt es auch, aber sie wird sehr oft missverstanden. Denn leises Marketing oder ein ruhigeres als dieses Dauergetrommel bedeutet nicht:
- Gar nicht über dein Angebot zu sprechen und warten und hoffen
- Jede Mail, jeden Post und alles, worüber du kommunizierst als „Die Leute nerven“ einzustufen
- Verkaufen generell abzulehnen als etwas, das man nicht tut
- Ohne klare Positionierung rauszugehen, weil die Leute dir schon sagen werden, was sie brauchen
- Dich komplett zurückzuziehen und dir zu sagen, dass das ja eh nicht so wichtig ist, was du zu sagen hast.
Leises Marketing bleibt Marketing, es ist kein Rückzug in der Hoffnung irgendwie zufällig von Kund*innen bemerkt zu werden.
Leises Marketing vs. lautes Marketing: Was ist der Unterschied?
Der vielleicht größte Unterschied zwischen leisem und lautem Marketing ist die Art und Weise der Kommunikation. Bei beiden kommunizierst du zwar nach außen und erzählst von deinem Business, aber beim lauten Marketing ist die Art und Weise eine andere: direkter, konfrontativer, an Menschen gerichtet, die oft keine Vorab-Information haben und vielleicht gerade auch keinen Bedarf an Unterstützung. Leises Marketing ist deutlich informativer und offener: Du stellst hier Informationen zur Verfügung und sorgst dafür, dass Menschen, die sich für diese Informationen interessieren, sie finden. Und zwar nicht, indem du sie lautstark darauf aufmerksam machst, sondern indem du sicherstellst, dass deine Inhalte sichtbar werden. Findet dann jemand deine Informationen auf Website, Blog und Co. kann er selbst entscheiden, ob er mehr wissen möchte oder nicht. Gleiches Ergebnis: Du verkaufst dein Angebot, aber wesentlich entspannter und – so empfinden es viele – wertschätzender.
3 Grundprinzipien des leisen Marketings: Was bedeutet leises Marketing konkret?
Zu wissen, dass es eine Alternative zum lauten Marketing gibt, ist schon mal positiv.
Leises Marketing kennenzulernen, auch.
Aber wo liegen die Unterschiede in der Praxis konkret? Was musst du anders machen, wenn du dir ein leises Marketing für dein Business wünschst? Steigen wir dafür noch tiefer ins Thema ein und sehen uns wesentliche Grundprinzipien des leisen Marketings an.
Prinzip 1 des leisen Marketings: Klarheit, statt Lautstärke
Lautstärke verkauft oft allein über die erhöhte Aufmerksamkeit. Wenn sich jemand wortwörtlich mitten auf den Marktplatz stellt und brüllt, wirst du das kaum überhören können. Das Interesse ist erst einmal da, da kannst du gar nicht viel dagegen tun. Auch wenn du vielleicht genervt bist von der Brüllerei, bemerkst du diese Person und ihre Inhalte zunächst.
Jemand, der hingegen ruhig auf dem Platz steht und sein Ding macht, mit Kund*innen spricht, seine Waren verteilt, der fällt dir vielleicht nur am Rande in den Blick. Du bemerkst ihn höchstwahrscheinlich deutlich weniger. Damit aber nun auch diese Person verkauft und ihr Geschäft erfolgreich betreiben kann, braucht sie einen Ersatz für die Lautstärke und das können verschiedene Dinge sein. Allem voran: Klarheit.
Wenn diese Person ein glasklar benanntes Thema bedient, das du als unbeteiligte Person auf den ersten Blick verstehst, hat sie die Chance dein Interesse auch auf leisere Art und Weise zu wecken. In der tatsächlichen Marktsituation wäre hier ein klar beschrifteter Aufsteller sinnvoll. Im Online-Kontext sind es relevante und für die potenziellen Kund*innen interessante Themen in Blog & Co.
Prinzip 2 des leisen Marketings: Anziehung, statt nachrennen
Je klarer deine Message, je interessanter dein Angebot, umso eher kommen die Leute von sich aus auf dich zu, ohne dass du ihnen nachrennen musst. Damit dies gelingt, darfst du aktiv werden und die dafür notwendigen interessanten Inhalte erstellen und veröffentlichen. Nur wenn es etwas gibt, das die Aufmerksamkeit der Menschen wecken kann, funktioniert leises Marketing. Ohne irgendeine Art von Content, ohne klare Kommunikation nach außen, bleibt es reines Hoffnungsmarketing.
Prinzip 3 des leisen Marketings: Vertrauensaufbau, statt Druck
Leises Marketing braucht Geduld, denn nicht jeder, der einmal auf dein Angebot aufmerksam wurde, kauft sofort. In Wahrheit tun es die wenigsten. Das laute Marketing würde hier mit mehr Druck reagieren, um eine Kaufentscheidung schnellstmöglich herbeizuführen. Willst du das nicht tun und den Menschen keinen Druck machen, hast du eine Alternative: Kontinuität, um Schritt für Schritt Vertrauen aufzubauen. Immer wieder dein Thema platzieren. Dranbleiben und so deine Grundsichtbarkeit immer weiter ausdehnen. Je mehr Menschen dich mit deinem Thema auf dem Schirm haben, umso mehr kaufen von sich aus, wenn sie eben so weit sind. Aktionen, Boni, Rabatte – all das ist natürlich möglich, aber beim leisen Marketing ist es kein Muss, sondern ein Benefit, den du dosiert einsetzen kannst, wenn du es eben möchtest.
Den Wert deiner Arbeit kannst du auf ganz unterschiedliche Art und Weise strahlen lassen. Zum Beispiel so:
Leise sichtbar durch Empfehlungen
Richtig gute Angebote sprechen sich rum. Dafür musst du selbst gar nicht als Marktschreier*in auftreten, sondern kannst einfach deine Kund*innen für dich sprechen lassen. Online funktioniert das beispielsweise ganz hervorragend, indem du Kundenstimmen auf deiner Website zeigst oder deine Kund*innen um eine Bewertung auf Google, Facebook oder in einem anderen Suchsystem wie z.B. einer Expertensuche für deine Branche, bittest. Kein Trommeln, kein Kreischen, sondern schlichtweg mit vertrauensbildenden Testimonials überzeugen, ist gerade für introvertierte Selbstständige ein sehr angenehmer Weg. Ein toller Weg, wenn auch alleine meist nicht ausreichend.
Leise sichtbar durch die Website
Über die eigene Website Kund*innen zu gewinnen und sichtbar zu werden ist so herrlich angenehm, weil du selbst nicht omnipräsent sein musst. Wenn deine Website gute Inhalte hat und Themen, die deine Wunschkunden interessieren, dann arbeitet sie fortlaufend für dich, während du überwiegend im Hintergrund bleiben kannst. Ich bin so dankbar dafür, dass das so gut funktioniert und Menschen von sich aus bei mir anfragen und ich mich nicht zur Kaltakquise zwingen muss. Diese Art der Kontaktaufnahme, wenn also Interessent*innen auf dich zukommen statt umgekehrt, nimmt auch viel Druck raus, im Erstgespräch möglichst gut performen zu müssen. Schließlich wirst du gefragt und hast bereits ein erstes Interesse beim Gegenüber geweckt. Die perfekte Basis für ein angenehmes Gespräch aus Augenhöhe.
Leise sichtbar durch Content Marketing
Ich liebe Content Marketing. Denn ein exzellenter Artikel zu deinem Thema kann dich genauso sichtbar machen wie ein Speaker-Auftritt. Der Bühnen-Auftritt ist auf den ersten Blick zwar vielversprechender, weil du in kurzer Zeit viele Menschen ganz unmittelbar erreichst. Ein hervorragender Artikel, der online gut gefunden wird und auf Seite 1 bei Google steht, bringt dir aber fortlaufend über Jahre hinweg Leser*innen und potenzielle Kund*innen. Und ganz wichtig für leise Selbstständige: Das funktioniert ohne deine Energie zu verschwenden, weil du dich immer wieder auf eine Bühne zwingen musst. Übrigens muss Content Marketing nicht unbedingt heißen, dass du mehrmals wöchentlich bloggst, sondern funktioniert besonders gut, wenn du bei der Contentproduktion auf das Besser-statt-mehr-Prinzip setzt. Lieber einige gute Artikel als wöchentlich belanglose. Was auch sehr gut funktioniert ist es, deinen Content zu streuen, also auch mit Gastartikeln und Interviews zu arbeiten. Nennt sich im Marketing die OPA-Strategie, in dem du das Publikum anderer Menschen erreichst und dadurch sichtbarer wirst.
Leise sichtbar durch Social Media
Social Media wirkt auf den ersten Blick oft laut und schrill und löst in vielen eher einen Fluchtreflex als Jubelrufe aus. Verstehe ich vollkommen und ist deshalb auch nicht meine erste Wahl. Doch wenn man es nach seinen eigenen Regeln nutzt, kann sich Social Media zumindest als sinnvolle Ergänzung gut für introvertierte Unternehmer*innen eignen. Du musst ja nicht jeden Trend mitmachen, wenn du noch eine gute Grundlage für deine Sichtbarkeit hast, beispielsweise einen Blog. Social media kann, muss aber nicht, dann als Ergänzung hinzukommen. Du kannst also beispielsweise Instagram-Storys machen, wenn dir danach ist und so sichtbar werden, ohne dich durch Menschenmassen auf einem Networking-Event überfordert zu fühlen. Auch hier: Du musst nicht überall präsent sein. Such dir doch deine eine oder zwei Lieblingsplattformen aus und sei auf diesen präsent.
Leise sichtbar durch Klarheit
Eine klare Message schlägt jedes Blabla. Vielleicht kennst du die Vorträge, Meetings oder Webinare, bei denen du eine Stunde zuhörst und am Ende inhaltlich nicht so wirklich viel für dich mitnimmst. Oder Websites, die dich mit ihrem riesigen Angebot erschlagen, weil es so unendlich viel gibt, dass du gar nicht weißt, wo du anfangen sollst. Was hilft? Klarheit! Wenn du eine glasklare Kernaussage hast und sofort ersichtlich ist, wofür du stehst, macht dich das sichtbar. Denn Menschen erfassen schnell, worum es bei dir geht und verbinden dein Thema mit deinem Namen. Der erste und einer der besten Schritte in die Sichtbarkeit.
Leise sichtbar durch die Positionierung
Leise Menschen sind sehr sensibel, was äußere Reize angeht. Da steht angesichts der schier endlosen Infos, die online auf uns einprasseln, das Thema Reizüberflutung ganz weit oben. Was hier hilft und gleichzeitig die eigene Sichtbarkeit unterstützt, ist eine klare Positionierung. Diese muss nicht zwangsläufig nischig sein, sollte aber einen Fokus haben. Du solltest deine Zielgruppe benennen und nicht mit jedem sprechen; das funktioniert auch, wenn du grundsätzlich mehrere Zielgruppen ansprechen möchtest. Wenn du eine klare Positionierung findest und nach außen kommunizierst, erkennen Außenstehende viel besser, wann sie bei dir richtig sind. Und du ersparst dir zudem ständige (anstrengende) Richtigstellungen, wofür du nun stehst und wofür nicht.
Leise sichtbar ohne schlechtes Gewissen
Viele leise Menschen zerdenken viel, zweifeln, überlegen, überlegen nochmal, neigen zum Perfektionismus und oft auch zur starken Selbstkritik (I feel you!). Dabei bringt es gar nichts, uns selbst runterzumachen und uns innerlich dafür zu tadeln, dass wir dies und jenes eben nicht machen. Auch wenn die lauten Stimmen noch so präsent sind: Sei dir bewusst darüber, dass es einen leisen Weg zu mehr Sichtbarkeit für dein Business gibt und gönne dir, diesen leisen Weg zu nehmen, anstatt dich auf dem lauten selbst zu verlieren. Ein schlechtes Gewissen bringt dich kein Stück weiter. Tipp: Sieh dir bewusst deine Stärken an. Schreibe auf, was du besonders gut kannst, was deine Kund*innen an dir schätzen und fokussiere dich darauf, diese Stärken zu stärken.
Wohlfühl-Unternehmen statt Business-Tortur
Wenn du selbstständig oder Freiberufler*in bist oder ein Unternehmen führst, möchtest du das vermutlich nicht nur übergangsweise, sondern lange sein bzw. tun. Deshalb ist es enorm wichtig, dass du einen Weg zur Sichtbarkeit findest, der auch wirklich zu dir passt und dir hilft, dich in deinem Business wohlzufühlen und nicht permanent zu überfordern. Natürlich kann dieser Weg Live-Videos beinhalten und auch Netzwerk-Events, es geht nicht um Schwarz oder Weiß. Sichtbarkeit auf leise Weise ist eine Ergänzung, die dir mehr Freiheit schenken kann und die du ganz oder nur teilweise einsetzen darfst. Oder auch übergangsweise, wenn du dich ans Thema Sichtbarkeit erst einmal herantasten möchtest. Der wichtige Punkt ist, dass du nichts erzwingen musst, was nicht zu dir passt. Werde leise sichtbar oder kombiniere beide Welten miteinander – entscheidend ist, dass du dich langfristig mit deinem Weg identifizieren kannst und dich in deinem eigenen Business gut behandelst.
Leises Marketing braucht vor allem Mut, damit zu starten
Leises Marketing braucht letztlich vor allem den Mut, damit wirklich zu beginnen. Dieser Mut kann introvertierte Selbstständige etwas mehr Kraft kosten als jemanden, der gerne im Mittelpunkt steht und kein Problem mit großer Aufmerksamkeit hat. Aber letztlich ist er für beide möglich.
Wichtig zu wissen: Am Anfang siehst du keine oder kaum Ergebnisse. Du bekommst wenig Reaktionen und kannst sogar den Eindruck gewinnen, dass alles, was du tust, für die Katz ist. Aber dem ist nicht so. Leises Marketing wirkt organischer und wächst langsam. Sobald das klare Fundament aber steht, wirkt es mehr und mehr nach außen und wird dich und dein Business bei mehr und mehr Menschen sichtbar machen. Menschen, die erkennen werden, dass du ihnen weiterhelfen kannst und die auf dich zukommen werden, ohne sie bedrängen oder dauerbeschallen zu müssen. Das ist es allemal wert die vielleicht zähere Anfangszeit auf dich zu nehmen. In diesem Sinne: Fang besser heute als morgen an und säe kleine Samen der Sichtbarkeit, damit dein Business schon bald nicht mehr zu übersehen sein wird – auch ohne Marktgeschrei.
Wie siehst du das Thema leise Sichtbarkeit? Hast du eine Frage oder eine Erfahrung, die du teilen möchtest? Ich freu mich über deinen Kommentar.







Liebe Sonja,
deine Blogartikel sind wirklich toll – voller hilfreicher Infos, sympatisch geschrieben, und mit deiner leisen Strategie triffst du sowieso genau mein introvertiertes Herz. Ich werde gerne öfter bei dir lesen!
Liebe Grüße
Lena
Hallo Lena,
das freut mich riesig, vielen lieben Dank! Und ja, komm gerne wieder, du bist herzlich willkommen! 🙂
Viele Grüße
Sonja