Was passiert, wenn wir uns trauen, neue Wege zu gehen, aus tiefster innerer Verbundenheit? Und was, wenn dieser Mut uns nicht nur zu neuen Erfahrungen, sondern auch zu einer echten, unverfälschten Sichtbarkeit führt? In diesem Gastartikel teilt Selbstachtsamkeits-Coach Jasmin Seidl ihr Erlebnis damit, als intuitiv- und zyklisch denkender Mensch selbstbewusst sichtbar zu werden. Lies gerne rein.
Inhalt:
Ein Anfang
Für diesen Artikel habe ich in der Vorbereitung alle Regeln befolgt. Thema, Keywords, Gliederung. Da lag dann das Dokument auf meinem Laptop und wartete geduldig.
Der Januar begann und entwickelte sich. Ich spürte, dass dieser stille Wintermonat ganz meiner war: Mein Tempo, mein Rhythmus, mein Hören nach Innen, ein Warten auf meine Intuition.
Dann plötzlich im Postfach: Sonjas Newsletter darüber, dass sie ihr Astrologie- Wissen und ihr Marketingangebot kombinieren möchte. Brillant. Und so passend zu diesem Jahr, zu dieser Zeit.
Derweil ich? Euphorisch. Wie aus dem Nichts aktiviert, meinen Artikel zu schreiben. Aber komplett ohne die vorbereitete Struktur.
Mut zur Intuition
In diesem Moment fühlte ich wieder: So bin ich. Im Hier und Jetzt verankert, komplett auf die Bewegung meiner Intuition angewiesen. Entweder angezündet oder im Standby. Weise im Moment, nicht in der Vorbereitung.
Mühelos begann ich zu schreiben und fragte mich immer wieder: Warum habe ich so viel Zeit und Mühe investiert, erst eine Vorlage zu erstellen, zu recherchieren, Keywords zu suchen? Die Antwort formte sich mit der Zeit: Weil ich mir angewöhnt habe, mich den Vorgehensweisen anderer anzupassen. Weil ein Teil in mir immer wieder beweisen will, dass ich so auch kann, linear, logisch, strukturiert, zielgerichtet. Meine künstlerische nicht-lineare Intelligenz fragt dabei verzweifelt: Business, Marketing, Sichtbarkeit — wie macht man es richtig?
In den letzten fünf Jahren habe ich beständig Zyklen durchlaufen, in denen ich Vorlagen und Anleitungen von anderen erleichtert aufgriff. Sie fühlten sich an wie ein goldener Schlüssel: Jetzt habe ich den Zugang, jetzt kann auch ich den Code knacken. Ich nahm die Vorlage her und fügte mich ein. Aber wenige Wochen später quoll mein intuitiv-zyklisches Wesen wieder über die Ränder der errichteten Strukturen hinaus. Das zuvor aufgestellte Gerüst riss ein und ich stand erneut da, gefühlt am selben Fleck wie zuvor, unproduktiv, verwirrt, unsichtbar.
Vertrauen ins Chaos lernen
Von oben betrachtet ist es eigentlich klar: Ein Künstler macht viele Skizzen, unternimmt viele Versuche, probiert, experimentiert. Klatscht wieder in die Tonne (oder in den Bucket-of-doom, wer The Great Pottery Throw Down kennt). Kunstarbeit ist ständig in Bewegung. Man muss sich extrem weit dafür öffnen und in dem fließenden Durcheinander mit schwimmen. Da ist es sehr menschlich und verständlich, wenn man sich danach sehnt, sich irgendwo festhalten zu dürfen. An manchen kleineren, schlechteren Tagen sehnt man sich auch danach, dass jemand einem sagt, dass man trotz großer Verwirrung alles richtig macht. Denn manchmal fühlt sich dieser Weg an, als würde man mit verbundenen Augen durch ein Labyrinth wandern.
Sich etwas von außen zu holen, ist komplett in Ordnung. Etwas zum dran festhalten, wenn die Strömungen zerren und man sich fühlt, als würde man abkommen von der Vision, die man, meist auch unbewusst, anpeilt. Dann darf ein Gerüst her, das für den Moment die Position markiert. Wo man sich dran klammern und mal ein Weilchen ausruhen kann. Es ist auch für den eigenen intuitiv-zyklischen Entstehungsprozess kein Problem, wenn man sich diese Stützen herein geholt hat. Von allem, was ich mal in die Hände genommen habe, färbt auch etwas ab. Kein Material, das mir im Außen begegnet, ist für mich unnütz. Wenn ich dann Kraft gesammelt habe, um meinen ureigenen Weg weiter zu gehen, bleibt ein Bruchteil von dem Aufgelesenen im späteren Werk erhalten. Oder die Stimmung des Materials, die Richtung oder Haltung, aus der es bei mir ankam. Alles dient dazu, mich im Kern zu festigen, dem Teil, der immer weiterreist.
Inzwischen ist in mir Vertrauen herangereift. Ich habe tief in mir das stille Auge des Wirbelsturms gefunden. Mit der Zeit habe ich auch begriffen, dass ich mir wünsche, dass Struktur ganz langsam und organisch aus mir heraus wächst. Sich allmählich aus meiner intuitiv-künstlerischen Eigenart, die Dinge und den Alltag zu tun, entwickeln darf. Dabei ist es wichtig, dass sie immer wieder an den verschiedensten Tagesenergien und meinen unterschiedlichen Sein-Zuständen vorbeikommt, um sich zu kristallisieren: Was bleibt nach mehreren Tagen, Wochen, Monaten übrig, das immer noch greift, sich immer noch echt und tragend anfühlt? Dann wächst in meiner Welt, in meiner täglichen Arbeit allmählich Struktur, die bleibt. Wie eine Tropfstein-Höhle.
Struktur und Sichtbarkeit aus innerer Verbundenheit
Im Grunde wünsche ich mir, dass Struktur in mir selbst spürbar ist, in meinem Körpergefühl und meiner inneren Substanz.
Ich habe erlebt, dass mein Körperkompass mir für dieses Vorhaben den Weg weist, leise und deutlich. Er führt mich auf dem Weg zurück zu mir, zu meinem Wesenskern, und in die ersehnte Selbstsicherheit. Dieser Körperkompass besteht aus Körperempfindungen: Spüre ich Weite in meinen Muskeln und Atemwegen? Dann gehe ich in diese Richtung weiter. Merke ich, dass sich meine Gefäße schwer und eng anfühlen? Dann halte ich an und warte.
Ich übe Stille. Um zu hören, was mir durch das Innen tatsächlich eingegeben wird. Was durch die Sprache meines Körpers an mein Ohr dringt, das ist für mich bestimmt. Ein ureigener Wegweiser durch den Alltag, durch meine Businessentscheidungen und meine Sichtbarkeit als intuitiv-zyklische Person.
Vielleicht hast du gehört, dass dieses Jahr ein Startschuss ist. Dass wir aufgefordert sind, uns zu trauen, wirklich nach unserem eigenen, inneren Selbst zu gehen. Zu wählen, was sich für unsere Seele und in jeder unserer Zellen richtig anfühlt. Auch, wenn es komplett anders aussieht und funktioniert als andere sagen und wie man es in diesem System – ob Schule oder Businesswelt – gelernt hat. Es ist Zeit für wilde Wege.
Dabei habe ich entdeckt: Wild, das ist nichts anderes als urecht ich selbst.
Wildnatur, das ist der wahre Wesenskern, der sich noch nicht angepasst hat und es auch nie tun wird. Das Körnchen Gold, das jede von uns in sich trägt. Das wir jetzt hervor blitzen lassen dürfen und müssen. Um unsere ureigenen Wege zu gehen mit unserem Leben, unseren Projekten, unserem Business, unseren Visionen. Nämlich die natürlichsten Wege, die schon lange in uns schlummern und uns von unserer Seele vielleicht schon lange empfohlen werden.
Innere Sicherheit für intuitive Beweglichkeit
Auf meiner Business-Reise durch die linear ausgerichtete Welt, habe ich bisher erst einmal eine Stimme gehört, die über die angebotenen Text-Vorlagen sagte: „Das passt aber nicht für Künstler.“ Diese Worte haben sich mir eingebrannt, obwohl ich tunlichst weg gehört habe. Zum einen, weil ich mir nicht erlaubt habe, dass ich zu den Künstlern gehöre, da ich keine großen Bilder male. Aber auch, weil ich mich in meinem Gestaltungsprozess gerade zutiefst nach einem Rettungsanker sehnte. Den Anker, den ich dabei tatsächlich ersehnt habe, war und ist eine innere, tief verwurzelte Sicherheit. So klar in mein Nervensystem integriert, dass ich selbst nicht mehr daran zweifle. Eine tiefe körperorientierte Erdung, auf die ich mich stützen kann, mitten im kreativen Chaos.

Über die Autorin:
Jasmin Seidl stärkt feinfühlige, introvertierte, kreative, spirituelle Frauen mit Business (-idee) durch erdende, körperorientierte Selbstachtsamkeit in die wertschätzende Verbindung zu ihrem wahren Selbst, um sichtbar zu werden, wie sie wirklich sind. Mehr Informationen zu ihr und ihrer Arbeit findest du auf ihrer Website zu SEINWÄRTS wachsen, jasminseidl.com






