Viele möchten ihr Business sichtbarer machen, schrecken aber vor Instagram zurück. Ob leises Marketing wirklich ohne Instagram geht und welche Anwesenheits- und Abwesenheitsphasen ich selbst auf Social Media durch habe, erkläre ich dir in diesem Artikel.
„Warum bist du auf Instagram, wenn es auch ohne geht?“
Ich habe folgende Frage bekommen: „Als ich auf dich und deine Inhalte gestoßen bin, war ich ganz neugierig und begeistert. Sichtbarkeit geht auch ohne Instagram. Das erleichtert mich. Denn der Gedanke an Instagram schreckt mich ab und eigentlich würde ich gerne etwas selbstständig anbieten. Kurze Zeit später bin ich dann über dich auf Instagram gestolpert und war etwas verunsichert. Wieso bist du auf Instagram, wenn es auch ohne geht?“
Ich liebe diese ehrliche Frage! Deshalb möchte ich sie sehr gerne auch beantworten.
Vorab kurz zur Einordnung: Ich unterstütze ja Solo-Selbstständige dabei, online sichtbar zu werden ohne sich verbiegen oder zum Marktschreier werden zu müssen.
Denn ich habe selbst sehr oft die Erfahrung gemacht, dass Marketing vor allem als laut und aufdringlich gestaltet wird und wollte einen alternativen Weg dazu aufzeigen, der auch für ruhigere Menschen funktioniert, ohne dass sie sich komplett verstellen müssen. Den habe ich auch gefunden und gebe ihn auf Basis meines CALM-Marketing-Prinzips heute weiter.
Content vs. Social-Media-Content
Bis hier war war Social Media noch kein Thema, sondern nur Content an sich, was Inhalte generell meint. Aber das wird es nun, denn viele meiner Kund*innen erleben gerade Social Media als Ort, an dem sie sich verstellen MÜSSEN: Weil es sehr schnelllebig ist, ständig irgendwie anders, man in Konkurrenz zu vielen anderen Content-Ersteller*innen steht und all das.
Und das war auch der Grund, warum ich Social Media nie als Hauptkanal für mein eigenes Marketing genutzt hatte; warum ich es jahrelang eher sporadisch, zwei Jahre sogar gar nicht genutzt hatte. Heute hab ich nur Instagram, bespiele Facebook nicht mehr, bin auch nicht auf LinkedIn usw. Also sehr überschaubare Social-Media-Präsenz, aber nicht gar keine.
Meine Kund*innen kommen in erster Linie über meine Website, da über meinen Blog und über Empfehlungen. Ich habe eine hohe Wiederkaufrate, dass Menschen also mehrfach Kunden werden, weil sie zufrieden sind. Deshalb bleibt meine Empfehlung auch nach wie vor: Du brauchst Instagram nicht zwingend, um Marketing für deine Selbstständigkeit zu betreiben. Viel wichtiger ist, was du kommunizierst, da wo du kommunizierst.
Warum ich (wieder) auf Instagram bin, es aber nicht als Hauptkanal nutze
Obwohl ich sage, dass du Instagram nicht zwingend brauchst, habe ich mich vor einigen Monaten entschieden wieder präsenter auf Instagram zu sein und das hatte verschiedene Gründe:
Kurz vorweg: Social Media hat auch Gefahren, die ich hier nicht ignorieren möchte. Es gibt immer wieder Untersuchungen, die zeigen, dass Social-Media-Nutzung einem suchtähnlichen Verhalten nahekommt. Zudem gibt es moralische Gründe, z.B. Meta zu meiden, die ich sehr gut nachvollziehen kann und mit denen ich auch nicht 100% glücklich bin, wenn ich sie zumindest zum Teil ja hinnehme durch meine Anwesenheit dort.
Aber ich sehe auch durchaus einen Handlungsspielraum bei uns Ersteller*innen selbst, denn die Art, welchen und wie wir Content machen, beeinflusst eine Plattform natürlich auch. Viele aktivistische Profile hätte ich ohne Instagram vermutlich nicht auf dem Schirm und würde deshalb auch nicht von ihren guten Inhalten und unterstützungswürdiger Arbeit erfahren. Es ist ein Dilemma, weil es hier eben verschiedene Seiten gibt. Wie ja so oft im Leben.
Aber um auf die Frage zurückzukommen, warum ich auf Instagram bin, obwohl es auch ohne geht.
5 Dinge, die ich an Instagram schätze, obwohl ich Meta kritisch sehe
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Ich mag die niedrigschwellige Kommunikation auf Instagram. Ich finde es sehr easy sich dort auszutauschen und sehe auch, dass dort schneller mal eine Unterhaltung entsteht, als wenn ich per Mail einlade, sich gerne bei Fragen zu melden. Auch das passiert, aber oft schon etwas zögerlicher.
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Mein Blog ist nach 8 Jahren Bloggen SEHR gut gefüllt, sodass ich deutlich seltener blogge, weil vieles einfach schon da ist. Diese frei werdenden Kapazitäten habe ich für meinen Podcast genutzt und nun auch wieder ein bisschen für Instagram.
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Seitenaufrufe auf die Website sind in Zeiten von KI-Kurzantworten schwieriger zu erzielen, deshalb möchte ich gerne zusätzliche Wege stärken, um diesen einen bisher sehr starken, aber eben spürbar zurückgegangenen Weg zu stabilisieren; auf mehrere Pferde setzen quasi. Einer Starterin würde ich das nicht unbedingt empfehlen, aber ich bin seit über zehn Jahren selbstständig und habe sehr viel Content, da sieht es anders aus. (Sowieso ist das wichtig: Wenn du jemanden siehst, vergleich dich nicht zu 100% mit dieser Person oder deren Weg. Du weißt nie, welche Basis sie hat, was in puncto Geschäftsmodell dahintersteckt usw. Lass dich nicht verunsichern, nur weil du denkst, du müsstest es zu 100% genauso machen wie jemand, den du siehst. Leute können dir sehr gut weiterhelfen und gleichzeitig an einem anderen Punkt stehen.)
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Ich mag die mehrdimensionale Kommunikation auf Instagram: Dass sich Text und Video auch mal verbinden lassen. Als alleiniger Kanal wäre mir das viel zu stressig, aber als zusätzlichen schätze ich es.
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Social-Media-Content ist inhaltlich meist deutlich „kleiner“, weniger tief, das erlaubt auch Themen mal schneller rauszubringen und auszuprobieren. Manchmal finde ich das sehr angenehm, wenn ich auch Content mit Tiefgang bevorzuge. Beides kann nebeneinander existieren.
Den Weg zwischen den gängigen Varianten finden
Abschließend noch einmal ganz klar und deutlich: Du musst Instagram nicht nutzen, wenn du es nicht möchtest. Du kannst es aber und dir dann auch die Freiheit nehmen, es auf DEINE Art zu machen. Denn viele der Social-Media-Schreckgespenster rühren auch daher, dass man denkt, man müsste es auf eine bestimmte Weise machen.
Zum Teil ist das natürlich so, der Algorithmus hat seine eigenen Regeln und wer da nicht mitspielt, bekommt weniger Sichtbarkeit. Wenn du eine gesunde Sichtbarkeitsbasis hast, die dir erlaubt das zu akzeptieren, kann dir das aber relativ egal sein und es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, dort dein Ding zu machen.
Meine Empfehlung für Starter ist deshalb: Starte mit deinem Lieblingskanal, der sich für dich sicher anfühlt. Aber starte eben auch, statt aus Sorge vor einer Plattform gar nichts zu machen, denn das bringt logischerweise am wenigsten.
Und erlaube dir auch auf dich zu hören und flexibel zu bleiben. Spring natürlich nicht nach einem Blogartikel sofort rüber zu Insta und nach zwei Postings zu YouTube weiter. Aber wenn die Basis steht, erlaube dir doch, sie zu erweitern und deine Wege auszubauen.
Und um diesen „Insta-Bann“ mal zu brechen, verlinke ich dir hier mal einen Post, ganz entgegen meiner sonst bestehenden Empfehlung nicht von der Website auf Social Media zu verlinken. Komm mich gerne mal auf Instagram besuchen.
Für alle ohne Insta bzw. auch als Vertiefung nach dem Post verlinke ich dir zusätzlich meine Sichtbar-ohne-Marktgeschrei-Roadmap mit vielen konkreten Umsetzungstipps für die einzelnen Stationen einer ruhigen Sichtbarkeit.
Bist du auf Instagram? Viel, wenig, gar nicht? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.







Liebe Sonja
Eine interessante Frage, die ich mir auch schon mehrfach gestellt habe – will ich mich als Künstlerin auf Instagram „engagieren“ oder ist mir der Kanal zu schnellebig?
Nun, Instagram ist für mich als Künstlerin das ideale Schaufenster, wo ich meine Bilder ohne viel Aufwand ausstellen kann. Ich erfahre bei einem neuen Werk auf diese Art sofort, wie es auf die Community wirkt. Reaktionen zeigen sich immer, auch verzögert, und ich freue mich dann über jedes direkte Feedback. Das ist das Positive an Instagram: schnelle und unkomplizierte Interaktion mit meinen Followern, ohne Verkaufszwang.
Was mich allmählich stresst sind die vielen Reels von anderen Künstler*Innen, deren Kanäle ich folge. Jede/r glaubt, sich selbst mit den Bildern in einem Video präsentieren zu müssen – das ist für mich ok, um die Person hinter den Kunstwerken kennenzulernen. Bei zuvielen Reels stelle ich allerdings ab, die schaue ich mir nicht mehr an. Auf lange Zeit hinaus interessieren mich die Bilder anderer Künstler*Innen, nicht zwingend deren Person. Aber das ist nur meine Meinung. Deshalb produziere ich selber keine Reels – ab und zu ein Foto von mir muss reichen 😅.
Herzliche Grüsse
Bea
Hallo Bea,
schön, dass du da deinen Weg gefunden hast und die Reels – wenn sie eben nicht zu dir passen – einfach weglässt.
Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deiner Kunst und dass genau die richtigen Menschen auf dich und deine Werke aufmerksam werden. 🙂
Herzliche Grüße
Sonja